24 Stunden nach Rapid muss auch die Wiener Austria ihre Pflichtübung hinter sich bringen: Daheim den Aufstieg in die dritte Runde der Qualifikation für die Conference League fixieren. Nach dem 2:0 in Lettland gegen Liepāja wird das keine Hexerei sein, Trainer Stephan Helm versprach eine „hungrige Mannschaft“. Bleibt die Frage, wen er für den Bundesligastart am Sonntag in Wolfsberg schonen wird. Zehn Umstellungen, wie zuletzt bei seinem Rapid-Kollegen Hoff Thorup, gibt der Austria-Kader nicht her. Nimmt man Austrias Startelf vom 5:0-Cupsieg beim Wiener Sport-Club her, dann könnte es fünf Veränderungen geben: Im Tor Samuel Sahin Radlinger statt Mirkos Kos, im Abwehrzentrum statt Aleksandar Dragovic, der wegen seiner am Sonntag erlittenen leichten Gehirnerschütterung nicht matchfit ist, entweder ein Neuzugang (Ibrahim Buhari, Jonas Feddersen) oder Johannes Handl, im Mittelfeld Routinier rechts Reinhold Ranftl statt Talent Daniel Nnodim und zentral möglicherweise Florian Wustinger statt Philipp Maybach, in einer Offensivrolle Vasilje Markovic statt Moritz Wels. Wobei die Offensivrolle nicht die beste Position für U17-Vizeweltmeister Markovic ist. Die wäre im zentralen Mittelfeld. Aber es spricht für ihn, dass er universell einsetzbar ist.
Die klare Nummer eins im Angriff ist Johannes Eggestein. Ihm darf nichts passieren, denn noch eine annähernd gleichwertige Alternative zu verpflichten, lässt das violette Budget nicht wirklich zu. Helm sieht die Position aber dreifach besetzt – durch den in der Vorbereitung verletzt gewesenen Kelvin Boateng und Hasan Deshisku, einen weiteren U-17-Vizeweltmeister. Mutig. Ein Millionenregen aus einer Weiterbeteiligung an einem Transfer wird es bei Austria nicht geben – vielleicht aber beim grün-weißen Erzrivalen: Rapids ehemaliger Mittelfeldspieler Mamadou Sangare, vor einem Jahr um acht Millionen nach Frankreich an Lens verkauft, dürfte um 48 Millionen nach England zu Brentford wechseln. Rapid hat eine Beteiligung am Weiterverkauf in Höhe von zwölf Prozent. Das sind knapp sechs Millionen. Sollte Lens Romeo Amane als Sangare-Nachfolger holen, wäre das Rapid-Finanzglück perfekt.
Zurück zur Austria: Als Drittrundengegner zeichnet sich Beitar Jerusalem ab, da die Israelis das Hinspiel gegen AEK Larnaca auf Zypern 1:0 gewonnen haben. Sicher eine schwerere Aufgabe als Liepaja. Beitar Jerusalem trägt die Heimspiele im rumänischen Ploiești aus. Der Torjäger von Beitar wäre kein Unbekannter: Shon Weissmann, letzte Saison bei Blau Weiß Linz, zu seiner Wolfsberg-Zeit 2019/20 mit 30 Toren Schützenkönig der Liga.
Foto: Yigit Örme.