Fußball

Zum 70. Geburtstag von Herbert Prohaska 70 Geschichten über Prohaska – Tag 24

70 Geschichten Herbert Prohaska 70 Geburtstag

Am 8. August feiert Herbert Prohaska, Österreichs Jahrhundertfußballer, der letzte Teamchef, mit dem sich Österreich für eine Weltmeisterschaft qualifizierte, seinen 70. Geburtstag.  Sie können bis zum Ehrentag täglich eine Geschichte aus dem Leben von Herbert Prohaska, insgesamt 70, lesen.

Prohaska telefonierte in diesen Tagen mit Gabriele Oriali, seinem Freund bei Inter Mailand, der bis dahin mit Italien kein Match gewann, hörte von ihm, dass die Stimmung bei den Italienern am Tiefpunkt sei. Nicht viel anders als bei Österreich. Nur wurde Oriali mit Italien drei Wochen später Weltmeister, Prohaska verabschiede sich mit Österreich in der Zwischenrunde. Im letzten Gruppenspiel in Gijon hätte Österreich wie vier Jahre zuvor die Deutschen, die zu Auftakt blamabel gegen Algerien 1:2 verloren hatten, heim schicken können. Doch waren Prohaska & Co an diesem Tag zu schwach, um Deutschland fordern zu können und ließen sich in der zweiten Hälfte auf einen Waffenstillstand, eine Art Nichtangriffspakt ein. Durch Deutschlands 1:0 kamen beide in einem Skandalmatch auf Kosten Algeriens weiter, der Imageverlust war gewaltig. In der Zwischenrunde warteten Frankreich und Nordirland im Vicente Calderon-Stadion von Madrid. Das Match gegen die Franzosen litt unter unmenschlicher Hitze, rund 45 Grad im Schatten. Der ungarische Schiedsrichter Palotai gestand Prohaska nach einer halben Stunde, Angst vor einem Sonnenstich zu haben und meint, es wäre besser, baden zu gehen. Österreich, klar unterlegen, verlor durch ein Freistoßtor 0:1, gewann auch gegen Nordirland nicht. Das 2:2, bei dem Felix Latzke Hans Krankl nicht mehr aufstellte; beendete eine Frust-WM, bei der nur zwei Österreicher, Friedl Koncilia und Erich Obermayer, überzeugten.

Am Tag, als Deutschland im Semifinale Frankreich nach turbulenten 120 Minuten im Elfmeterschießen eliminierte, flog Prohaska nach Rom, machte mit AS Roma alles klar. Prohaska hatte bei AS Roma einen Landsmann als Konkurrenten: Walter Schachner, der bei Cesena mit einer Supersaison auf sich aufmerksam machte. Romas Präsident Dino Viola verriet Prohaska später, als alles gelaufen war, warum es mit Schachner nichts wurde: Er fuhr nach Cesena, brachte Schachners Gattin Conny ein Geschenk mit. Die bedankte sich noch, ging jedoch einkaufen. Bot Viola weder Kaffee noch Tee noch Wasser an. Viola war in seinem Stolz getroffen, verzichtete auf Schachner. Auch der Prohaska-Transfer wäre in letzter Minute fast gescheitert. Aus dem gleichen Grund wie zwei Jahre zuvor bei Inter. Auch Viola wollt die Klausel, die Prohaska eine Rückkehr zur Austria für vier Millionen Schilling möglich machen sollte, nicht akzeptieren. Prohaska und Berater Skender Fani beharrten darauf, Viola gab nach. Ein Jahr später sollt die Viermillionen-Klausel Prohaskas Rettung sein. Das zeichnete sich aber damals nicht ab. Trainer Niels Liedholm hatte Prohaska seine Rückennummer 8, die bei einem, der am 8.8. Geburtstag hat, naheliegend ist, versprochen. Die gehörte jedoch Romas Kapitän Agostino di Bartolomei. Er ersuchte den Neuzugang, auf seine 8 zu verzichten, künftig mit Nummer zehn zu spielen. Prohaska stimme zu. Doch Liedholm machte, als er davon erfuhr, sofort wieder rückgängig. Prohaska spielte auch bei den „Giallorossi“ im Dress mit der Nummer 8.

 

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