Fußball

Zum 70. Geburtstag von Herbert Prohaska 70 Geschichten über Prohaska – Tag 48

70 Geschichten Herbert Prohaska 70 Geburtstag

Am 8. August feiert Herbert Prohaska, Österreichs Jahrhundertfußballer, der letzte Teamchef, mit dem sich Österreich für eine Weltmeisterschaft qualifizierte, seinen 70. Geburtstag.  Sie können bis zum Ehrentag täglich eine Geschichte aus dem Leben von Herbert Prohaska, insgesamt 70, lesen.

Das nächste Auswärtsspiel, zwei Monate später, brachte wieder jede Menge Ärger.  Zwar gelang es in Riga gegen Lettland einen 0:2-Rückstand durch Tore von Toni Polster und Joker Dieter Ramusch aufzuholen, doch in der 89. Minute wurde Austria Salzburgs Tormann Otto Konrad zum dritten Mal bezwungen. Bitter, denn mit einem Sieg in Lettland wäre Österreich Zweiter hinter Portugal geworden und für die Europameisterschaft 1996 in England qualifiziert gewesen. Denn es gelang, Irland zum zweiten Mal zu bezwingen. Beim 3:1 im Prater traf Peter Stöger wieder dreimal. Er schoss auch gegen Favorit Portugal im ausverkauften Happel-Stadion das Führungstor, doch das reichte nicht. Aber das 1:1 konnte sich sehen lassen. Im Windsor-Park von Belfast ging Österreich unter – 0:2 zur Pause, dann 0:3, am Ende 3:5.

Nach dem Sieg in Dublin war Prohaska eigentlich überzeugt, dass es weiter aufwärtsgehen würde: „Es fehlte aber ein wichtiger Mosaikstein, die Stabilität“ weiß Prohaska im Blick zurück. Die verpasste EM-Chance war aber der Grundstein für die erfolgreiche WM-Qualifikation zwei Jahre später. Denn es hatte sich ein harter Kern herauskristallisiert. In der Abwehr konnte er sich auf Wolfgang Feiersinger, Toni Pfeffer und Peter Schöttel verlassen, Feiersinger machte durch den Wechsel von Austria Salzburg zu Borussia Dortmund einen Schritt nach vorne, in der Offensive waren Polster und Rückkehrer Andreas Herzog gesetzt. Dessen Karriere im Team war nach Dublin für fünf Spiele unterbrochen: „Ich konnte mir dauerhaft nicht den Luxus leisten, auf einen Klassespieler zu verzichten!“ Aber Prohaska wartete mit dem Anruf bei Herzog, bis es ihm nach dem Wechsel von Werder Bremen zu Bayern München nicht gut ging, er dort oft auf der Ersatzbank Frust schob. Bei den Mannschaftsstützen war die aktuelle Form bei ihren Klubs nicht mehr entscheidend für die Einberufung: „Ich wusste, was sie zu leisten imstande waren“

Im Dezember 1995 war nach der Auslosung der WM-Qualifikation klar: Gegen Schottland, Schweden, Estland, Lettland und Weißrussland stehen die Chancen viel, viel besser als bei der letzten gegen Frankreich, Bulgaren und Schweden. Das stand für Prohaska damals fest. Was er nur hoffen, aber noch nicht wissen konnte: Dass die Stabilität als zusätzlicher Faktor 2016 dazukam. Es gelang ein Jahr ohne eine Niederlage. Erst zum vierten Mal seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Das fünfte Mal passierte dies erst 19 Jahre später.

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