Fußball

Zum vierten Mal Vorsprung nicht gehalten! Daher geht bei Rapid nichts weiter

Zum vierten Mal in acht Runden spielte  Rapid 2:2, konnte dabei zum vierten Mal einen Vorsprung nicht in einen Sieg  verwandeln – daher geht bei Grün-Weiß nichts weiter. Daheim gegen Mattersburg und im Derby gegen Austria jeweils 2:0 geführt, am Ende nur jeweils ein Punkt. Ebenso bei Meister Red Bull Salzburg mit zehn Mann ein 1:0 und 2:1 nicht gehalten, sondern in der 92. Minute das 2:2 kassiert. Das konnte man als Aufschwung bezeichnen, der Samstag in Altach bestätigt werden sollte. Fehlanzeige. Aus einer 1:0-Führung wurde ein 1:2, diesmal glich Rapid in der Nachspielzeit durch den Ex-Altacher Lucas Galvao nach einem Fehler von Altachs Torhüter Martin Kobras aus. Aber das machte die schlechte zweite Rapid-Hälfte nicht besser. Somit  reichen für die bisherige grün-weiße Saisonbilanz zwei Worte: Zu wenig.

Selbst Richard Strebinger (Bild oben), der  den Punkt in Salzburg mit starken Reaktionen rettete, blieb sechsTage später von Vorwürfen  nicht verschont. Michael Konsel, einer seiner Vorgänger im Rapid-Tor, bezeichnete Altachs 2:1-Führung durch das erste Tor von Schalke-Leihgabe Bernard Tekpetey  im Sky-Studio als nicht unhaltbar. Innerhalb von sieben Minuten drehten die Vorarlberger im Schnabelholz das Spiel, das Rapid nach der  Führung durch Kapitän Stefan Schwab kurz nach der Pausse fest im Griff zu haben schien. Aber mit dem Lattenpendler von Louis Schaub, der die Chance zur 2:0-Führung ausließ,  ging die Linie verloren. Mitunter herrschte Chaos in der Abwehr, plötzlich kam Altach mit den drei quirligen Rapidlern Schaub, Thoams Murg und Philipp Schobesberger gut zurecht. Der hatte am Ende Glück, nicht als fünfter Rapidler in dieser Saison die rote Karte zu bekommen. Seine Hand verirrte sich während eiens Getümmels im Gesicht des Altachers Patrick Salomon, Referee Oliver Drachta beließ es bei Gelb. Rapids Trainer Goran Djuricin: „Schobesberger darf das nicht machen, aber er spielte erstmals seit mehr als einem Jahr über die volle Distanz, war schon total übersäuert.“ Eigentlich daher eher reif für den Austausch als Louis Schaub, bei dem das vorzeitige Auswechseln unter Djuricin inzwischen fast schon Tradition hat. Aber da der Eckall zum Ausgleich von Schobesberger kam, behielt der Trainer in diesem Falle Recht.

„Wir hatten Sitzer für sieben Tore, hätten 7:3 gewinnen müssen“, beklagte Djuricin bei aller Zufriedenheit, so viele Chancen herausgespielt zu haben, die mangelnde Effizienz, sprach trotz des späten, glücklichen Ausgleichs von zwei verlorenen Punkten. Die Probleme bei der  Chancenverwertung sollten  durch den Transfer von Veton Berisha verringert werden, doch der Norweger bestätigte wie schon in Salzburg den Eindruck, bei allem Einsatz nicht torgefährlich zu sein. Von den drei Neuerwerbungen  überzeugte bisher nur Galvao. Linksverteidiger Bolin Bolingoli hat weiter Defizite  in der Defensive, was man bei Tekpeteys 2:1 auch sah.  Mit dem Ghanesen als Joker hatten Altachs Trainer  Klaus Schmidt und sein Triple-Jackpot  Thomas Hickersberger das glücklichere Händchen als Djuricin mit Giorgi Kvilitaia und Joelinton.

Die grün-weiße Niedertracht mit  Steffen Hofmann ging in Altach weiter. Wie in Salzburg nicht im Kader. Wenn man sich Rapid Ersatzbank ansah,  konnte man nur den Kopf schütteln: Je ein rechter und linker Verteidiger, dazu ein Innenverteidiger, ein defensiver Mittelfeldspieler und zwei Mittelstürmer.  Aber keiner, der wie der erfahrene Hofmann für Linie und Ruhe hätte sorgen können. Nicht nachvollziehbar. Irgendwann wird das für heftige Diskussionen sorgen. Vor allem, wenn Rapid in der Tabelle weit hinter den eigenen Ansprüchen im Niemandsland liegt. Als Achter trotz des 1:2 von Tabellenführer Sturm Graz in der Südstadt gegen Admira beim Trainercomeback von Ernst Baumeister mit zwei Toren von Christoph Knasmüllner in den letzten vier Minuten acht Punkte hinter Platz eins! Zwei Punkte weniger als Admira, je einer weniger als Altach und Wolfsberg, für Rapid eigentlich untragbar.

 

Foto: © FOTObyHOFER/CHRISTIAN HOFER.

Meist gelesen

Nach oben

Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen ein angenehmeres Surfen zu ermöglichen