Fußball

Zwei Punkte verloren: Nur Frust bei Rapid und Austria

Rapid kassierte vor 18.900 Zuschauern im Allianz-Stadion den Ausgleich zum 1:1 (1:0) gegen den LASK in der 85. Minute, die Wiener Austria im Wörthersee-Stadion zum 1:1 (0:0) im violetten Duell gegen Klagenfurt erst in der Nachspielzeit. Damit nichts Neues im Kampf um Platz vier vor den letzten zwei Runden: Austria einen Punkt vor Rapid und drei vor Austria Klagenfurt. Aber Frust bei beiden Wiener Klubs: „Das fühlt sich wie zwei verlorene Punkte an“, gestand Trainer Zoran Barisic. Didi Kühbauer, der LASK-Trainer mit Rapid-Vergangenheit, verließ hingegen ganz stolz Hütteldorf. Weil seine Mannschaft mit dem Unentschieden endgültig Platz drei sicherte. Erst die fünfte Top drei-Platzierung der Linzer seit ihrem historischen Double 1965 oder 58 Jahren, die erste seit 2018/19 unter Oliver Glasner. Als Dritter spielt der LASK im Play-off der Europa League. Scheitert er dort, kommt er in die Gruppenphase der Conference League.

Für Rapid hätte es nicht besser beginnen können. Führung nach 69 Sekunden durch einen Kopfball von Kapitän Guido Burgstaller nach einem Kopfball von Marco Grüll. Damit traf er in sieben Bundesligaspielen hintereinander, in jedem der letzten zehn Heimspiele.  Sein schnelles Tor führte nicht dazu, dass Rapid Spiel und Gegner im Griff hatte. Der LASK hatte mit Sascha Horvath, Kapitän Peter Michorl und Robert Zulj ein deutliches spielerisches Übergewicht, ließ aber die Chancen zum Ausgleich aus. Nur Burgstaller beschäftigte die Linzer, er hatte bei jeder der in der ersten Hälfte seltenen guten Offensivaktionen die Beine im Spiel. Rapid hatte von hinten bis vorne zu viele Schwachunkte: Linksverteidiger Jonas Auer ist in der Defensive ein Risikofaktor, Oliver Strunz spielte in der Offensivrolle hinter Burgstaller praktisch kaum mit, Grüll gelang nach dem Eckball wenig. Vor allem nahm er oft das Tempo aus dem Spiel.

Mit der Einwechslung von Moritz Oswald statt des verletzten Roman Kerschbaum, wurde Rapid hingegen besser. Als der LASK in der zweiten Hälfte das Risiko erhöhen musste, ließ Rapid die Sitzer, den Sack zuzumachen, wie es in der Fußballsprache heißt, aus. Zunächst Strunz vor seiner Auswechslung, danach Nicolas Kühn, nach 70 Minuten auch Burgstaller, der das selbst nicht fassen konnte (Bild). Als sein Volley Ex-Rapid-Verteidiger Filip Stojkovic an der ausgestreckten Hand traf, gab Referee Markus Hameter nach Intervention von VAR Christian-Petru Chiochirca Elfmeter. Burgstaller schickte Tormann Tobias Lawal zwar ins falsche Eck, jagte den Ball aber weit über das Tor.  Das sollte sich rächen: Thomas Goiginger, nach einer Knöchelverletzung zuletzt meist nur Joker, traf vier Minuten nach der Einwechslung. Zunächst nur Michael Sollbauer. Der ließ Goiginger nochmals schießen, auch Thorsten Schick griff nicht ein. Beim zweiten Goiginger-Schuss war Tormann Paul Gartler geschlagen. Goigingers erstes Tor seit August 2022. Damit ist Rapid seit sechs Runden ohne Sieg, inklusive Cupfinale in sieben Spielen.

Gartler kam zum ersten Saisoneinsatz, weil Niklas Hedl wegen einer Schulterverletzung passen musste. Beim LASK spielte wieder Tobias Lawal statt Alexander Schlager im Tor. Weil er die Linzer verlässt und Lawal die Zukunft ist.  Das ist die eine Seite. Die andere: Kühbauer nimmt damit einem Spieler mit unbestreitbaren Verdiensten um den LASK die Chance auf seinen Einsatz in Österreichs Team bei den EM-Qualifikationsspielen im Juni gegen Belgien und Schweden. Ob das korrekt ist? Lawal sah beim Rapid-Tor nicht gut aus, hielt aber anderseits nach der Pause den LASK im Spiel. Was Kühbauer auch prompt herausstrich.

Bei der Austria tat sich in Klagenfurt, wo der designierte ÖFB-Präsident Klaus Mittendorfer den Ankick machte, lange Zeit nicht viel, ehe eine Kombination der Joker nach 79 Minuten für die Führung sorgte. Aleksandar Jukic traf nach Superpass von Matthias Braunöder, dem zu Beginn erneut Oldie James Holland vorgezogen wurde. Der Kapitän von Österreichs U 21  nicht mehr gut genug, um erste Wahl bei Austria zu sein? Nicht nachvollziehbar. Ob da etwas anderes dahinter steckt?  Ein Klagenfurt Joker, Florian Jaritz, erzielte in der Nachspielzeit mit seinem ersten Saisontor noch den Ausgleich. Das fünfte Auswärtsspiel der Austria hintereinander ohne Sieg. Wenn Haris Tabakovic einmal nicht trifft, wird´s schwer: „Wir hätten das 1:0 über die Distanz bringen müssen“, gestand Trainer Michael Wimmer. Den noch andere Dinge ärgerten: Die verschlafene erste Hälfte und der Outeinwurf für Klagenfurt, nach dem der Ausgleich fiel. Der war nämlich eine Fehlentscheidung.

Montagabend bekommt die Austria einen neuen Präsidenten: Kurt Gollowitzer, der Geschäftsführer der Wien-Holding, wird auf der Generalversammlung gewählt, damit Nachfolger von Frank Hensel. Gegenkandidaten gibt es keinen.

 

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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