Fußball

Zwischen 12.01 und 18.30: Kevin Wimmer, „Ausmisten“ von Herzog, Nachfolger von Werner, Schmid und Ortlechner

Die Saison ist zwar mit Ausnahme von zwei Spielen vorbei, aber der Freitag brachte innerhalb von sechs Stunden und 29 Minuten mehr Neuigkeiten als an vielen Tagen der Transferzeit.: Die dritte Neuerwerbung von Rapid nach Robert Ljubicic und Marco Grüll, eine neue Mittelfeldhoffnung von Sturm Graz, das „Ausmisten“ des neuen Admira-Trainers  Andi Herzog im Kader, dem gleich neun Spieler zum Opfer fielen, den Nachfolger von Jürgen Werner als LASK-Vizepräsident und zum Abschluss die Bestätigung von Manfred Schmid als neuer Trainer der Austria und Manuel Ortlechner als Sportchef. Sie bekamen Zweijahresverträge, machen künftig gemeinsam das, was diese Saison Peter Stöger alleine schaffte. Billiger als Stöger allein werden die zwei zusammen sicher nicht sein.

Rapid machte zu „High Noon“, eine Minute nach zwölf Uhr, den Anfang und das hier bereits vor zwei Wochen angekündigte Engagement von Kevin Wimmer offiziell. Der 28 jährige Innenverteidiger (Bild unten) löste seinen Vertrag bei Stoke auf, unterschrieb bis 2023 in Hütteldorf, absolvierte bereits die sportmedizinischen Untersuchungen. Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic, derzeit im Kurzulaub, bezeichnete die Verpflichtung des 1,88 Meter-Hünen als Coup, für den er seiner rechten Hand Stefan Ebner dankte, der alles einfädelte. Barisic selbst hatte Wimmer bereits beobachtet, als er noch bei der  Akademie Linz als Talent galt, konnte ihn aber nicht zu Grün-Weiß lotsen. Mit zehn Jahren Verspätung gelang es ihm. Wimmer kommt mit der Erfahrung von 200 Pflichtspielen in Deutschland (1.FC Köln, Hannover 96, Karlsruhe), England (Tottenham, Stoke) Belgien (Mouscron) und Österreich (LASK) sowie von neun Länderspielen, war bei der  EM 2016 dabei : „Er hat mit guten Leistungen bei Karlsruhe auf sich aufmerksam gemacht, will es noch einmal wissen“, behauptete Barisic. Wimmer sehnte sich nach einer längerfristigen Lösung, deshalb sagte er ja zur Rückkehr nach Österreich. Neun Jahre im Ausland waren ohnehin eine lange Zeit: „Rapid ist für jeden österreichischen Spieler eine große Nummer“. Der Welser ist der dritte Oberösterreicher in Rapids Kader zu Philipp Schobesberger und Linksverteidiger Max Ullmann, der im August den umgekehrten Weg wie Wimmer gehen könnte, nämlich ins Ausland. In einem Jahr endet der Vertrag des Linksverteidigers, Rapid könnte nur noch heuer eine Ablöse kassieren.

Genau 88 Minuten nach Rapid vermeldete auch Sturm Graz einen Neuzugang: Den 20 jährigen Mittelfeldspieler Alexander Prass von der Salzburg-Filiale Liefering, der in Österreichs U 21 steht. Prass, beraten von Max Hagmayr, war auch bei Rapid ein Thema. Sturms Sportchef Andreas Schicker ist überzeugt, mit ihm eine richtige Wahl für die Zukunft getroffen zu haben und wertete es als Bestätigung des erfolgreichen Sturm-Wegs, dass sich Prass trotz anderer Anfragen für die Unterschrift in Graz entschied. Um 14.22 Uhr wusste man, mit welchen Spielern zwischen 20 und 34 Jahren Admiras neuer Trainer Andi Herzog nicht mehr plant. Der Kader muss billiger werden. Deshalb sind  Jimmy Hoffer (34), Lukas Rath (29) Max Sax (28), Christian Gartner (27), Marcus Maier (25), David Atanga (24), Pascal Petlach (22) und Stürmer Max Breunig (20) nicht mehr gefragt. Sax, Atanga und Breunig waren Leihspieler von Austria, Holstein Kiel und Würzburg. Gemäß dem Plan, junge Spieler zu forcieren, erhielt das im Frühjahr verletzte 17 jährige Stürmertalent Ourhan Babescu einen Dreijahresvertrag.

Beim LASK ist ab sofort der Ehrenpräsident  auch Vizepräsident. Um 15.12 Uhr präsentierten die Linzer den Bauunternehmer Helmut Oberndorfer als Nachfolger des am Donnerstag zurückgetretenen Jürgen Werner. Oberndorfer unterstützt den Traditionsklub bereits seit Regionalligazeiten. Oberndorfer nahm Werner gegen alle Vorwürfe  in Schutz, bedauerte, es nicht geschafft zu haben, ihn zum Weitermachen zu überreden. Ähnlich sprach Präsident Siegmund Gruber. Oberndorfer forderte zudem die ehemaligen LASK-Freunde Manfred Zauner und Christoph Doppler auf, ihre Kampagne mit der Absicht ,dem Klub zu schaden, einzustellen. Die sportlichen Agenden von Werner werden sich künftig Cheftrainer Dominik Thalhammer und Koordinator Fabian Zöpfl teilen.  Daraus kann man schließen, dass Thalhammer trotz durchwachsener Saison und Zwist mit dem Assistenten Emanuel Pogatetz und Stefan Helm den Job behält.

Zum Abschluss bestätigte Austria um 19.30 Uhr die Variante mit Schmid und Ortlechner. Laut Vorstand Gerhard Krisch die absolute Wunschlösung. Warum er dies behauptete, wenn doch die Verhandlungen mit Hartberg-Trainer Markus Schopp ebenso kein Geheimnis waren wie die Tatsache, dass er zu teuer war? In die Auswahl seiner Nachfolger war Stöger nicht involviert. Er plädierte weder für seinen ehemaligen Assistenten noch für seinen Kapitän aus der Meistersaison 2012/13.  Schmid ist somit erstmals seit 13 Jahren wieder Cheftrainer, damals war es beim Zweitligisten Schwanenstadt. Die Rückkehr zu seinem Herzensklub nach acht Jahren sei für ihn sehr emotionell, anderseits sei die Austria derzeit wahrscheinlich in der schwierigsten Situation, an die er sich erinnern kann. Man müsse für die offenen Personalfragen schnell eine Lösung finden.  Ortlechner, der auf der Akademie von Austrias Vizepräsident Raimund Harreither den Abschluss zum Master of Business Administration (MBA Sales) schaffte, plant, sich mit vielen Leuten zusammenzusetzen, Ideen zu erörtern: „Keine einfache Situation, aber es ist viel Potenzial da. Die Austria muss künftig wieder Spaß machen!“ Wie bei den letzten 3:0-Siegen gegen Hartberg und Wolfsberg. Mit Schmid und Ortlechner am Foto war Krisch, aber nicht AG-Vorstand Markus Kraetschmer. Wer daraus schließt, dass Kraetschmer gehen muss, wird nicht falsch liegen. Krisch als alleiniger Vorstand bedeutet für Austria garantiert das größere Risiko als Schmid oder Ortlechner.

Foto: FK Austria Wien, Red Ring Shots.

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