Eishockey

Drei gute Drittel reichen nicht für Olympia: Die Frage nach den Gründen

Nur drei gute Drittel in zwei Spielen, zwei gegen die Slowakei eines gegen Weißrussland, können nicht für ein Olympiaticket reichen. Dem respektablen 1:2 des Eishockeyteams gegen die Slowakei am Donnerstag folgte nur 18 Stunden später das ärgerliche 2:5 (2:0, 0:5,0:0) gegen Weißrussland. Ärgerlich, weil Österreich im katastrophalen Mitteldrittel auseinanderfiel. Aber ist das wirklich eine Überraschung? Seit Jahren gelingt es keiner österreichischen Mannschaft, über drei Drittel, also die gesamte Spielzeit, an ihrer Leistungsgrenze zu agieren. Irgendwann kommt regelmäßig ein Leistungsknick. Warum? Andererseits: Weißrussland bot 21 Spieler aus der Millionenliga KHL auf. Wer nicht zur Kenntnis nehmen will, dass die ein deutlich höheres Niveau hat als die ICE-League mit den österreichischen Klubs, der lebt am Mond. Den Unterschied können auch die Legionäre aus der Schweiz oder ein Marco Rossi auffangen. Österreichs Toptalent hat noch kein NHL-Spiel für Minnesota bestritten, der weißrussische Kapitän Jegor Scharangowitsch (Bild oben), der mit seinen Toren zum 2:2 und 3:2 für einen Filmriss sorgte, wie es Teamchef Roger Bader ausdrückte, geht in seine zweite Saison bei den New Jersey Devils.

Gegen die Slowakei war das zweite Drittel das schwächste von Österreich, gegen Weißrussland wieder. Nur nahm es viel ärgere Ausmaße an: Von 2:0 durch ein Powerplaytor vor Raphael Herburger und einen Treffer von Brian Lebler auf 2:5. Das Verhängnis begann nach 49 Sekunden des zweiten Drittels mit einer Powerplaytor von Weißrussland. Innerhalb von 11:42 Minuten kassierte Bernhard Starkbaum drei Tore. Von zehn Schüssen der Weißrussen gingen fünf ins Netz. Der Tormannwechsel danach war logisch, auch wenn sich Starkbaum nichts zuschulden kommen ließ. Warum das alles passierte?

Die Begründungen, die  schnell ins Treffen geführt wurden, von unangebrachte Überheblichkeit nach der 2:0-Führung bis zum fehlenden Zeichen von der Bank, klingen nach irgendwelchen Parolen, die alles andere als fundiert, sachlich begründet sind. Bader sprach davon, dass die ersten zwölf Minuten die besten waren, die Österreichs Team zeigte. Da hat er recht. Zum Glück sagte er danach nicht, dass man darauf aufbauen kann. Den Satz kann man schon nicht mehr hören. Gegen Polen geht es Sonntag Mittag nur noch darum, sich mit Anstand von den Olympiaträumen zu verabschieden, Anstand bedeutet Pflichtsieg, auch wenn die Polen Donnerstag Weißrussland mit viel Glück 1:0 besiegten. Freitag unterlagen sie den Slowaken 1:5. Die Slowakei braucht im „Finale“ gegen Weißrussland nur ein Unentschieden nach regulärer Spielzeit, um in Peking bei Olympia dabei zu sein. Bader bliebt 2022 nur eine Mission: Österreich in die A-Gruppe zurück führen!

Noch eine traurige Nachricht gab es in Österreichs Eishockeyszene: Günther Stockhammer, Spieler der  Feldkircher Erfolgstruppe von Ralph Krueger zwischen 1981 und 1986, erlag mit erst 59 Jahren im Urlaub auf Mykonos einem Herzinfarkt. Sein Bruder Niki ist Vizepräsident im Eishockeyverband.

Foto: Gepa Pictures/ÖEHV.

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