Anders als Sturm Graz im Fußball konnte die Graz99ers im Eishockey triumphieren. Sie verloren im vierten Finaspiel der ICE League gegen Pustertal in Bruneck zwar erstmals ein Drittel, feierten aber mit 6:2 (1:2, 1:0, 4:0) den vierten Sieg und sind damit erstmals Meister. Ohne Niederlage in den Play offs. Das schafften zuvor die Vienna Capitals 2017 unter Serge Aubin und fünf Jahre später der EC Red Bull Salzburg. Damals dabei: Verteidiger Paul Stapelfeldt, der Mittwoch in Bruneck seinen fünften Titel in Serie feiern konnte. Viermal hintereinander mit Salzburg, einmal in Graz. Das schaffte vor dem 27 jährigen kein anderer Spieler in der Liga: „Bei uns herrscht immer Ruhe, die Teamchemie ist großartig“, begründete Stapelfeld die Topsaison für die Grazer.
Präsident Herbert Jerich ist damit schon im zweiten Jahr seiner Ära am Ziel seiner Wünsche. Er trat an, um erstmals seit 1978 (ATSE Graz) wieder den Titel in die steirische Landeshauptstadt zu holen und investierte dafür einiges. Sportdirektor Philipp Pinter durfte auf Einkaufstour gehen, „wilderte“ auch bei der österreichischen Konkurrenz. Es sind praktisch 15 Einkäufe, die den ersten Titel sicherten. Im Sommer 2024 wechselten vom KAC Kilian Zündel, Lukas Haudum, der zum wertvollsten Spieler der Play-offs gewählt wurde, und Manuek Ganahl nach Graz, von Salzburg Paul Huber, von Villach Verteidiger Nico Brunner, von den Vienna Capitals Lukas Kainz. Die 99ers scheiterten im Viertelfinale an Linz, daher kamen im Sommer 2025 nochmals neun Neue. Zu Stapelfeldt unter anderem aus Linz Stürmer Nico Feldner, aus Schweden Tormann Maxime Lagace, der n der Finalserie verletzt ausfiel und durch Nicolas Wieser hervorragend vertreten wurde. Der Villacher ist für die nächste Saison als Nummer eins geplant. Zudem entließ Jerich früh in der Saison nach einer Niederlage gegen Linz Head Coach Harry Lange, Pinter holte als Ersatz den Nordamerikaner Dan Lacroix. Jetzt ist er der erste Meistermacher der 99ers.
Ein erkaufter Titel? Mag sein. Aber Vorwürfe aus Salzburg und Klagenfurt sind nicht korrekt oder unangebracht. Denn der entthronte Meister Salzburg hatte auch in dieser Saison wieder das höchste Budget der Liga und beim KAC scheiterte zu Zeiten der Mäzenin Heidi Horten der Titelgewinn sicher nicht am Geld.
Foto: Ice League.