Eishockey

Bei 1:5 stand ein 18 jähriger Wiener Debütant im Mittelpunkt

Keine Chance für Österreichs Eishockeyteam Donnerstag in Wien beim WM-Test gegen Tschechien den dritten Sieg im 28. Duell zu feiern. Der erste war 2022 bei der WM in Tampere sensationell gelungen (2:1), der zweite letztes Jahr in Linz in aller Freundschaft (4:3 nach Verlängerung In Wien waren die Tschechen vor allem zu schnell für die Österreicher, führten nach acht Minuten 2:0, am Ende hieß es trotz Österreichs Steigerung im zweiten Drittel 5:1 (2:0, 1:1, 2:0). „Das sind die Spiele, in denen wir lernen und sehen, was wir tun müssen“, meinte Teamchef Roger Bader gelassen. Nach dem Spiel warteten noch rund drei Stunden Busfahrt nach Iglau auf die Verlierer, wo es Freitagabend sicher nicht zur „Revanche“ kommen wird.

Bei Österreichs Tor im Mitteldrittel gab es Riesenjubel der knapp 4000 Zuschauer um den Schützen. Es war irgendwie „Hollywood in Kagran“, dass dies ein 18-jähriger Debütant aus Wien erzielte: Leon Kolarik, erst vergangene Woche von Bader zur Vorbereitung nachnominiert. Er spielte in der dritten Linie mit US-Legionär Ian Scherzer, von dem der Pass kam,  und Vienna Capitals-Center Leon Wallner, traf spektakulär ins Kreuzeck: „Er hat schon im Training aufgezeigt“, lobte Bader. Auf der Tribüne freuten sich Kolariks Eltern und seine Tante. Kolarik, der zu Österreichs besten Spieler gewählt wurde, begann seine Karriere bei den Vienna Capitals, wechselte mit 14 ins Salzburger Leistungszentrum, drei Jahre später nach Kanada zum Juniorenteam Peterborough Petes in der Ontario Hockey League. In der ersten Saison kam er in 69 Partien auf 20 Tore und 22 Assists. „Es gab einige Ups und Downs, das ist in der ersten Saison in Nordamerika nichts Ungewöhnliches“, meinte er nachher. Bei den Interviews wirkte der Youngster wie ein Routinier: „Sicher ist es etwas Besonderes.“ Eigentlich war seine Saison mit dem Ausscheiden in der ersten Play-off-Runde. beendet. Nach zwei Wochen Pause kam die Chance, sich im österreichischen Team zu zeigen, etwas überraschend. Die Mitspieler sicherten ihm den Puck, mit dem er sein erstes Tor im Nationalteam erzielte.

Im Tor spielt Atte Tolvanen. Der Austro-Finne hatte einige „Big Saves“, bekam aber drei Tore bei der Fanghand. In Iglau wird Routinier Benjamin Nisner geschont. Wann die Spieler von Meister Graz99ers in die WM-Vorbereitung einsteigen, ist nicht geklärt. Sonntag steigt am Grazer Hauptplatz die große Titelfeier, danach fliegt die Mannschaft auf Einladung von Präsident Herbert Jerich nach Ibiza. Zumindest Paul Stapelfeldt, Lukas Haudum und Paul Huber müssten darauf verzichten, wenn sie schon nächste Woche in Zell/See zum Team stoßen.

 

Foto: ÖEHV/Manfred Szieber.

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