Fußball

2:0 wie Österreich: Auch Deutschland war nicht viel besser

Rückfall in alte Fehler, das Leben selbst schwer gemacht, zu lässig, zu langsam, zu wenig Mut – die Kritiken an Österreichs Fußballteam nach dem mageren 2:0-Pflichtsieg gegen Moldau in Chisinau. Die Devise hieß Punkte gehen vor Listung. Aber 24 Stunden später ging es dem großen Nachbarn nicht besser. Auch Deutschland gewann in St. Gallen gegen Liechtenstein, eine Mannschaft aus der Kategorie Fußballzwerg, beim Debüt des neuen Teamchefs Hansi Flick nur 2:0 (1:0). Liechtensteins Teamchefs Martin Stocklasa, zu aktiven Zeiten unter anderem Spieler in Ried, hatte nur vier Profis zur Verfügung. Die Rest waren Halbprofis oder Amateure aus den unteren Schweizer Ligen oder aus der dritten Klasse in Österreich, der Regionalliga West.

Österreich ging in Chisinau erst in der 45. Minute in Führung, Deutschland war nur vier Minuten schneller, ehe es Jubel um Chelsea-Legionär Timo Werner gab, ihm Robin Goosens zu seinem Tor gratulierte (Bild oben). Das 2:0 durch Leroy Sane fiel nach 77 Minuten, nicht erst nach 94 wie das von Marko Arnautovic gegen Moldau. Aber das waren schon die einzigen Unterschiede. Salzburg-Stürmer Karim Adeyemi kam nicht zu seinem Debüt. „Ich hab noch nie einen Gegner erlebt, der so tief verteidigt, fast alle Mann im eigenen Strafrum hat. Wir müssen das 2:0 nehmen“, wunderte sich Kapitän Joshua Kimmich. Flick sagte ähnliches wie  Franco Foda am Abend zuvor: „Jede Mannschaft kann inzwischen gut verteidigen. Wir machten zu wenig aus unseren Chancen!“ Machte Foda seinen Spielern den Vorwurf, etwas zu lässig agiert zuhaben, sah Flick hingegen keinen Grund, bei Kimmich & Co etwas in Sachen Einsatz auszusetzen. Man wird eben bescheidener.

Auch bei Welt-und Europameister gab es nicht die erwarteten Ergebnisse, sondern lange Gesichter: Frankreich Mittwoch in Strasbourg gegen Bosnien nur 1:1. Ebenso Italien  am Donnerstag in Florenz gegen Bulgarien. Das 1:0 der Squadra Azzura erzielte Federico Chiesa, der auch beim 2:1 gegen Österreich im EM-Achtelfinale für die Führung gesorgt hatte. Im Juni hielt sie, im September nicht mehr. Auch für Spanien gab es mit dem 1:2 gegen Schweden in Stockholm einen Tiefschlag. Überzeugend hingegen England beim 4.0 (0:0) in Budapest gegen Ungarn mit Toren von Raheem Sterling, Harry Kane, Harry Magurie und Declan Rice. Zu den ungarischen Verlierern gehörte auch der EX-Salzburger Dominik Szoboszlai.  Nicht nur ganz Portugal verneigt sich vor Cristiano Ronaldo: Mit zwei späteren Kopftoren rettete er das 2:1 (0:1) gegen Irland, ist damit auch der Rekordtorschütze aller Zeiten im Teamdress. 111 wie er schaffte kein anderer.

Foto: DFB.

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