Fußball

Herzogs Erinnerungen an sein Highlight: „Es ist wieder alles möglich!“

Samstag Abend wird er daheim in Breitenfurt vor dem Fernsehschirm sitzen, mit seinen Söhnen die ORF-Liveübertragung aus dem Sammy Ofer-Stadion aus Haifa verfolgen. Wo Admiras Trainer Andi Herzog am 24. Juni 2019 als Teamchef Israels mit dem 4:2 gegen Österreich in der EM-Qualifikation ein Highlight in der Trainerkarriere  gelungen war, ihm danach der lächelnde Gesichtsausdruck beim Shakehands mit Franco Foda (Bild oben) samt tröstenden Worten nicht schwer fiel: „Der Sieg hat meinem Standing in Israel damals sehr geholfen!“ Es gab ja Bedenken in Fußballkreisen, als ihn Willi Ruttensteiner, damals Sportchef, als Teamchef engagierte. Wegen einer Spielerzeit. Wegen des Tors in Österreichs Teamdress 2001 im Ramat Gan-Stadion von Tel Aviv in der 92. Minute zum 1:1, das Israel damals alle Chancen auf ein WM-Ticket gekostet hatte. Das achte seiner insgesamt 16 Spiele als Israels Teamchef zwischen September 2018 und November 2019 veränderte einiges.

Seit Tagen wird Herzog auf das Duell am Samstag angesprochen: „Es ist wieder alles möglich, auch ein israelischer Sieg. Wenn Willi ein ähnliches Spielglück hat wie ich!“  Sechs Spieler seiner Mannschaft werden auch bei Nachfolger Ruttensteiner in der Startelf stehen. Selbstverständlich Eran Zahavi, der damals mit einem Hattrick innerhalb von 21 Minuten, von der 34. bis zur 55. das Spiel nach Österreichs schneller Führung durch Marko Arnautovic von 0:1 auf 3:1 drehte. Sein erster Dreierpack im israelischen Teamdress. Zwei weitere folgten unter Herzogs Nachfolger Ruttensteiner: „Er ist wie der Toni Polster von Israel“, zieht Herzog Vergleiche mit dem Rekordtorschützen in Österreichs Teamdress.  Auch wenn dem 34 jährigen Zahavi mit 29 Toren aus 65 Länderspielen noch drei fehlen, um die Rekordmarke in Israel, die Mordechai Spiegler, Israels Star bei der WM-Teilnahme 1970 in Mexiko, hält, zu knacken: „Das wird ihm sicher  gelingen. Ich hab noch keinen besseren Profi als ihn kennengelernt. Er hat sogar in seinen Urlaub nach Vietnam einen Fitnesstrainer mitgenommen.“

Die anderen aus Herzogs Siegerteam von 2019 sind Innenverteidiger Orel Dgan von Hapoel Tel Aviv, Rechtsverteidiger Eli Dasa, Legionär in Holland bei Vitesse Arnheim und Ex-Austria-Trainer Thomas Letsch, der zentrale Mittelfeldspieler Dor Peretz, von dem Herzog eine sehr hohe Meinung hat, der bei Italiens Aufsteiger Venezia, damit bei den Österreichern Michael Svoboda und David Schnegg gelandet ist, Kapitän Bibras Natcho von Partizan Belgrad und der Ex-Salzburger Munas Dabbur. Insgesamt sieht Herzog aber schon mehr Qualität in Österreichs Team: „Israel ist total von vier, fünf Spielern abhängig. Wenn es bei denen nicht läuft, kann es keinen Sieg über Österreich geben!“

Foto: SkySport Austria Media (© GEPA).

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