Spricht man von Neusiedl/See und Rapid, dann kommt sofort der 7. Mai 1983 in Erinnerung. Als Rapid drei Tage nach einem triumphalen 5:0 im zweiten Cupfinalspiel gegen Wacker Innsbruck am Tivoli in der 23. Runde der laufenden Sechzehnerliga als Tabellenführer beim Letzten Neusiedl mit 1:2 (1:1) die erste Saisonniederlage bezog. Obwohl alle Stars im Einsatz waren: Herbert Feurer im Tor, Heribert Weber in der Abwehr, im Mittelfeld Petar Brucic, Gerald Willfurth und Antonin Panenka, vorne Hans Krankl. Das Tor von Panenka war zu wenig, reichte nur zum Ausgleich. Der Wiener Fritz Csarmann besiegelte dann mit seinem ersten Saisontor die Blamage, die Rapid kurz zur Lachnummer der Fußballsaison machte. Danach gab es nur noch eine Niederlage, am Ende wurde Rapid dnk der bessern Tordifferenz vor der Wiener Austria. Gleich in der ersten Saison der Trainerära von Otto Baric gab es das Double zu feiern. Vor zwei Jahren siegte Rapid in der ersten Cuprunde beim Regionalligaklub Neusiedl 2:0.
43 Jahre nach dem 1:2 gewann Rapid Mittwoch wieder in Neusiedl. Gegen den Drittletzten der Regionalliga Ost vor 1100 Zuschauern nur knapp mit 4:3 (2:1), aber das besagt nichts. Von der Startformation beim 4:2 gegen den LASK drei Tage zuvor spielten gestern nur Kapitän Matthias Seidl bis zur Pause, Jannes Horn 34 Minuten und Andreas Weimann in den letzten 16 Minuten. Von den Jokern, die Trainer Hoff Thorup am letzten Sonntag einwechselte, kamen Furkan Demir und Kuadoio Ahoussu 90 Minuten zum Einsatz, Petter Dahl 52 Minuten, 28 Minuten mehr als gegen den LASK. Er ersetzte vor der Pause den Australier Marco Tilio, der wieder einmal verletzt wurde. Von den Kaderspielern, die Sonntag auf der Bank geblieben waenr, erhielten Tormann Paul Gartler, Jonas Auer und Ercan Kara Spiepraxis. Kara erzielt zwei Tore.
Thorup benutzte das Freundschaftsspiel, um acht Talente vorspielen zu lassen: Drei Innenverteidiger, den 19 jährigen Jakob Brunnhuber, den ein Jahr älteren Kenan Muharemovic, einen Bosnier und Kenneth Yeboah aus Ghana, 18 Jahre jung. Ein Jahr älter sind Linksverteidiger Erik Stehrer,d er nach 74 Minuten Auer ablöste, die Mittelfeldspieler Lorenz Szladits, der das 1:0 erzielte, und Moulaye Haidara aus Ghana. Auch der 17 jährige, in Jerusalem geborene Omar Badarneh, dessen Vertrag letzte Woche bis 2028 verlängert wurde, konnte sich zeigen. Den spektakulärsten Eindruck hinterließ aber der, der am kürzesten spielte: Der in Hollabrunn geborene 19 jährige Linksaußen Daris Djezic kam in der 90. Minute und traf mit seinem ersten Schuss genau ins Kreuzeck, sicherte den Sieg. Er hat so viel Talent, dass sich um ihn auch Bosniens Verband bemüht.
Foto: SK Rapid/Widner.