Fußball

Wanners Debüt statt Xaver Schlager wäre kein Experiment

Dienstag machte Xaver Schlager das Training im Teamcamp Marbella voll mit, Mittwoch pausierte er. Als Grund gilt Belastungssteuerung. Die ist nach überwundener Adduktorenverletzung offenbar gefragt. Der Mittelfeldmotor hat erst zwei Einsätze bei RB Leipzig hinter sich, letzten Freitag spielte er beim 5:0 gegen Hoffenheim 66 Minuten. Eine neuerliche Verletzung drei Monate vor der Weltmeisterschaft wäre alles andere als gut – daher könnte es passieren, dass der 28 jährige Freitag gegen Ghana pausiert. Auf seiner Position könnte Braga-Legionär Florian Grillitsch beginnen. Das wäre die „konservative“ Lösung. Die mit dem Debüt des 20 jährigen Paul Wanner eine mit Perspektive auf die Zeit nach der Weltmeisterschaft. Aber Experiment wäre es keines.

Denn Wanner wurde bei Hollands Meister PSV Eindhoven vom ehemaligen Dortmund-Trainer Peter Bosz als zentraler, eher defensiver Mittelfeldspieler „entdeckt“. Eigentlich galt der gebürtige Vorarlberger als Kreativspieler, aber er kann es auch anders. Ohne zu verhehlen, dass die Position der Nummer zehn seine bevorzugte ist. Die ist im Team bei Christoph Baumgartner in festen Händen. Aber Wanner ist es jetzt sicher egal, auf welcher Position ihn Rangnick einsetzt. Hauptsache, er setzt ihn ein.

Im Juni spielte Wanner noch mit Deutschland im Finale der U 21-EM in der Slowakei. Danach hörte er auf sein Herz, wie er versicherte, entschied sich, künftig für Österreich zu spielen. Nach einer Nachdenkphase, die sich wegen des „großen Ganzen!, wie er es ausdrückte, über Jahre erstreckte. Aber es war sicher nicht nur das Herz Wanners, sondern auch Kalkül. Denn bei Österreich hat er, speziell nach der Weltmeisterschaft, keine so hochkarätige Konkurrenz wie in Deutschland mit Florian Wirtz, Jamal Musiala oder Lennart Karl. Mit Musiala und Karl hätte er auch bei Bayern leben müssen, daher gab es nach den Leihen  bei Zweitligist Elversberg und in der Bundesliga bei Heidenheim kein Zurück nach München. Wanner ist noch immer Bayerns jüngster Bundesligadebütant. Den Wechsel nach Holland in die Eredivisi, für den Eindhoven 15 Millionen Euro bezahlt, bezeichnete er als gut für seine Entwicklung. Die Atmosphäre beim Team, die er schon als „Gast“ vor vier Jahren kennenlernte, taugt ihm: „Jeder kann mit jedem, das macht Spaß!“

Das letzte Training vor dem Ghana-Spiel absolviert das Team am Donnerstag noch in Marbella vor dem Rückflug nach Wien. Donnerstagabend wird erstmals Quartier im ÖFB-Campus in Aspern bezogen, was nicht unbedingt zu erwarten war. Das wird ein halbes „Heimspiel“ für David Alaba, dessen Karriere bei Aspern begann.

Foto: ÖFB/Christopher Kelemen.

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