Fußball

Struber rotierte zu viel: Salzburg verlor erstmals nach 37 Spielen!

Eine größere Sensation kann es in dieser Bundesligasaison nicht mehr geben, als die durch Aufsteiger Blau Weiß Linz am Samstag vor 11.535 Zuschauern bei Red Bull Salzburg, der dem Meister mit 1:0 (0:0) nicht einmal unverdient die erste Niederlage nach 37 Spielen zufügte.  Die große Rotation, zu der sich Salzburgs Trainer Gerhard Struber vier Tage nach dem Champions League-Sensationssieg bei Benfica Lissabon entschloss, ging total daneben: Nur Kapitän Amar Dedic und Mittelfeldspieler Lucas Gourna Douath blieben in der Mannschaft, alle anderen neun Spieler kamen neu in die Startelf. Strahinja Pavlovic, Aleks Terzic, Mads Bistrup und Roko Simic saßen auf der Tribüne. Schonte Struber sie für das Lokalderby im Cup gegen den Regionalliga-Tabellenführer Austria Salzburg am Dienstag? Musste das wirklich sein? Offenbar war es zu viel, auch wenn dies Struber anders sah: „Ich vertraue allen meinen Spielern. Aber wir sind nicht an unsere Grenzen marschiert, haben unsere Grundprinzipien nicht auf die Piste gebracht. Das war die Triebfeder für Blau Weiß Linz!“

Man merkte aber schon, dass in Salzburgs New Look die Harmonie fehlte, die Automatismen nicht stimmten. Auch wenn vor der Pause Luka Sucic, der erstmals seit März zur Startformation gehörte, Sitzer zur Führung ausließ. Aber nach der Pause kam Blau Weiß durch den Deutsch-Iren Connor Noß innerhalb von sechs Minuten zu drei Chancen zur Führung. Die nicht genützt wurden, ehe das Tor doch fiel. Durch „Altstar“ Ronivaldo, dem Oumar Solet zuvor im Luftkampf mit dem Ellbogen ein Cut zufügte. Mit einem „Turban“ spiele der Brasilianer weiter, versicherte nachher im „Sky“-Interview: „Mein Kopf ist wie Stein!“ Die Aktion zum goldenen Tor leitete der nicht einzige Fehlpass von Innenverteidiger Kamil Piatkowski beim Spielaufbau ein. Über Noß kam der Ball zu Ronivaldo zu. Solet und Piatkowski ließen es zu, dass der 34 jährige den Ball annehmen und herrichten konnte, um ihn dann unhaltbar für Torhüter Nico Mantl ins lange Eck zu zirkeln.

Salzburgs Reaktion? Vier Minuten später nach dem Tor wechselte Struber Samson Baidoo, Nicolas Capaldo, Oscar Gloukh und Stürmer Petar Ratkov ein, nach 79 Minuten kam auch noch Karim Konate. Aber eine große Ausgleichschance gab es eigentlich nicht mehr. An vielen Gesten merkte man den Frist (Bild). Blau Weiß hielt erstmals das „zu null“ in dieser Saison. Trainer Gerald Scheiblehner durfte sich über eine tolle Teamleistung freuen: „Salzburg probierte viel, wir haben sehr gut verteidigt und eine der Konterchancen genützt. Dann kann es einmal in zehn Jahren schon geschehen, dass du hier gewinnst!“

Das passierte. Damit hat Bau Weiß als einziger Verein in Österreich gegen die Bullen in Pflichtspielen eine hundertprozentige Erfolgsquote: Zwei Spiele, zwei Siege. 2010 in der zweiten Runde des Cups, Samstag in der Bundesliga. Daher könnte Sturm Graz Sonntag mit einem Sieg bei Rapid die Tabellenführung übernehmen. Dann wäre Rapid nicht mehr unter den ersten sechs. Weil Klagenfurt nach dem 1:0 (1:0)-Arbeitssieg über den Letzten Austria Lustenau erstmals 13 Punkte nach acht Runden am Konto hat, weil Wolfsberg in Innsbruck bei WSG Tirol 3:2 (1:0) gewann. Das Siegestor fiel in der 94. Minute aus einem Handelfmeter, den die eingewechselte Rapid-Leihgabe Bernhard Zimmermann verwandelte.

 

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