Fußball

Macht-Demonstration: Gereizte Bayern sind die gefährlichsten!

Drei Tage nach der schlimmen Pokal-Blamage beim Drittligisten Saarbrücken folgte eine eindrucksvollste Macht-Demonstration von Bayern München. Das 4:0 (2:0) im Spitzenspiel bei Borussia Dortmund zeigte einmal mehr, dass gereizte Bayern die gefährlichsten sind. Mit dem Kantersieg blieben sie an Tabellenführer Leverkusen, der in Hoffenheim 3:2 gewann, dran. Der in der Kritik stehende Trainer Thomas Tuchel stichelte nachher bei Sky gegen seinen prominenten Kritiker Lothar Matthäus, der neben ihm stand, brach das Interview mit der Behauptung „jetzt könnt ihr eine Wende um 180 Grad machen, viel Vergnügen“ ab. Auch auf in seiner Coaching Zone reagierte Tuchel ähnlich giftig, obwohl Bayern vor 80.000 Zuschauern schon nach neun Minuten 2:0 führte, bekam von Referee Deniz Aytekin vor der Pause die gebe Karte.

Bayern hatte Innenverteidiger Dayot Upamecano noch dreiwöchiger Pause ebenso wieder dabei wie Leon Goretzka, der nach Mittelhandknochenbruch mit dicker Schiene spielte. Im zentralen Mittelfeld mit Konrad Laimer. Die Rückkehrer waren an den schnellen Toren beteiligt. Upamecano köpfte nach einem Eckball von Leroy Sane die Führung, Goretzkas idealen Pass leitete den Konter ein, den Harry Kane zum 2:0 abschloss.(Bild). Die gebührende Antwort auf den in Dortmund in Anspielung auf ihn kreierten Spruch von „Kane Titel“ in Richtung Bayern. Kane setzte in der zweiten Hälfte noch zwei Treffer drauf. Damit hat er 15 nach den ersten zehn Runden auf seinem Konto. Das schaffte außer Englands Teamkapitän in der deutschen Bundesliga noch keiner.

Dortmunds erste Niederlage in der Liga nach 17 Spielen bedeuteten auch für Marcel Sabitzer, der gegen seinen Ex-Klub durchspielte, einen ganz bitteren Abend. Für Laimer verlief hingegen das „Österreicher-Duell“ optimal. Ein verpatzter Samstag war es auch für Xaver Schlager mit Leipzig. Dienstag das Pokal-k.o. als Titelverteidiger in Wolfsburg, Samstag das 0:2 (0:0) trotz klarer Überlegenheit in Mainz, bei dem Landmann Christoph Baumgartner erstmals zu den ersten elf bei Leipzig gehörte. „Man kann sagen, wir sind dumm in zwei Konter gelaufen“, meinte Schlager zu seinem 100. Bundesligaspiel. Karim Onisiwo konnte sich einen Tag nach seinem Rücktritt als österreichischer Teamspieler im ersten Spiel nach dem Rücktritt von Trainer Bo Svensson über den ersten Saisonsieg mit Mainz freuen. Ausser ihm und Laimer gewann Samstag kein „Ösi“ in der Bundesliga.

Die Horror-Zeit von Christopher Trimmel mit Union Berlin ging weiter. Das 0:3 (0:2) gegen Eintracht Frankfurt war die zwölfte Pflichtspiel-Niederlage hintereinander, nach der Trainer Urs Fischer weiter machen darf. Die „Eisernen“ fielen auf Rang 16 zurück. Florian Kainz war der einzige Österreicher, der beim 1.FC Köln begann. Dejan Ljubicic wurde beim 1:1 (1:1) gegen Augsburg nach 75 Minuten eingewechselt. Mit dem Unentschieden ist Köln wieder Letzter. Turbulent verlief das Aufeinandertreffen der rot-weiß-roten Innenverteidiger zwischen Philipp Lienhart und Max Wöber beim 3:3 (1:3) zwischen Freiburg und Mönchengladbach: Nach 39 Minuten führte Mönchengladbach 3:1 (den Elfmeter zum dritten Treffer verschuldete Lienhart), Freiburg glich in der 96. Minute durch einen von Vicenzo Grifo verwandelten Penalty aus. Michael Gregoritsch wurde nach 56 Minuten eingetauscht. Da stand es noch 1:3. Freitag feierte Kevin Stöger mit Bochum den ersten Saisonsieg, gewann beim Aufsteiger Darmstadt (mit Christoph Klarer) 2:1.

In Englands Premier League stand Teamstürmer Sasa Kalajdzic erstmals seit seinem Kreuzbandriss vor einem Jahr in Wolverhamptons Startformation. Bei Aufsteiger Sheffield United, dem zuvor sieglosen Schlusslicht. Nach 60 Minuten war das Spiel für Kalajdzic beim Stand von 0:0 beendet. Sheffield kam durch einen in der 100. Minute(!) verwandelten Elfmeter zum 2:1 und ersten Sieg.

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