Ein Führungswechsel ist zum Start der Bundesliga am Freitag im Spitzenduell zwischen Tabellenführer Sturm Graz und dem Zweiten, der Wiener Austria, nicht möglich. Selbst wenn der Meister die zweite Heimniederlage innerhalb von sieben Tagen beziehen sollte, die Austria nach dem Sieg im Viertelfinale des Uniqa-Cups auch in der Bundesliga gewinnt, holt sie zwar den Dreipunkterückstand auf, bleibt aber wegen der schlechteren Tordifferenz hinter Sturm. Am Samstag kann aber im Kellerduell die rote Laterne wechseln. Vom Schusslicht Altach zum Vorletzten GAK, wenn den Vorarlbergern ein Heimsieg gegen den Aufsteiger gelingt. Ein richtungsweisendes Spiel? Altach ist laut Ligastatistik seit elf Spielen gegen Aufsteiger sieglos.
Wer in der Tabelle unten liegt, versucht in der Transferzeit aufzurüsten. Bis Mittwoch abend lag GAK-Sportchef Dieter Elsneg gegen seinen Kollegen Roland Kirchler 5:4 in Führung. Kirchler schaffte noch vor dem letzten Tag der Transferzeit den „Ausgleich“ . Elsneg übernahm Dienstag die Führung, als er sich an seinem 35. Geburtstag den 30 jährigen ungarischen Teamspieler Laszlo Kleinheisler im wahrsten Sinne des Wortes schenkte (Bild). Denn der Routinier kostete keine Ablöse, da er bei Panathinaikos Athen am Abstellgleis stand. Der siebente Klub, bei dem Kleinheisler in den letzten neun Jahren engagiert war, ohne irgendwo wirklich Spuren zu hinterlassen. Weder bei Werder Bremen noch bei Darmstadt, danach in Budapest bei Ferencvaros, in Kasachstan bei Astana, in Kroatien bei Osijek , in Griechenland bei Panathinaikos oder bei Hajduk Split, wohin er letzte Saison von den Grün-Weißen aus Athen verliehen war. Jetzt an den GAK.
Trainer Rene Poms kennt ihn aus der Zeit bei Osijek, war damals beim vom ungarischen Treibstoffkonzern Mol finanzierten Klub Co-Trainer von Nenad Bjelica. Poms glaubt, dass die Erfahrung von Kleinheisler dem GAK helfen, das Mittelfeld stärker machen kann. Daher entschloss sich Elsneg, Kleinheisler auszuleihen. Vorerst bis Sommer. Erfahrung hat er wirklich: 52 Länderspiele, bei drei Europameisterscaften dabei. In seinem ersten EM-Spiel besiegte er 2016 in Bordeaux Österreich 2:0. Die anderen GAK-Neuen sind mit Ausnahme von Tormann Florian Wiegele (zuletzt Reservist bei Viktoria Pilsen, davor bei DSV Leoben unter Poms) mehr als zehn Jahre jünger als Kleinheisler. Die 19 jährige Salzburg-Leihgabe Zeteny Jano soll mehr Energie in die Offensive bringen, der ein Jahr jüngere Kroate Antonio Tikvic, der bei Watford nicht zum Zug kam, gemeinsam mit den 21 jährigen Togo-Teamspieler Sadik Fofana, der beim deutschen Meister Leverkusen meist in der zweiten Mannschaft eingesetzt wurde, die Defensive stabilisieren.
Kirchler sorgte für den ältesten und jüngsten Einkauf der Winter-Transferzeit. Der älteste ist der 36 jährige Ex-Austrianer Alexander Gorgon, der jüngste Kamerun-Legionär Steve Noode. Ein Innenverteidiger aus Kamerun, der bei Zweitligist Schalke keine Spielpraxis bekam. Der 19 jährige ist drei Monate jünger als die GAK-Hoffnung Jano. Über 30 ist der zweite neue Abwehrspieler, Altach-Heimkehrer Benedikt Zech, der mit Gorgon in Polen bei Pogon Stettin spielte. Im Angriff soll der 26 jährige Deutsche Florian Dietz, 1,90 Meter groß, für mehr körperliche Präsenz als bisher sorgen. Gerhard Struber, der Trainer des 1.FC Köln aus Salzburg, ließ Dietz ziehen, weil er nicht glaubte, dass er Köln zum Aufstieg in die Bundesliga verhelfen kann. Bei Altach soll er den Abstieg verhindern. Der fünfte Neue war Mittwoch abend wieder ein Stürmer, ein Österreicher: Marlon Mustapha, ausgebildet im Nachwuchs von Mainz, danach an die Admira verliehen. Mit der er abstieg. Die weiteren Stationen des 23 jährigen: Como kaufte ihn ihn noch in der Serie B, verlieh ihn weiter in die zweite deutsche Liga zu Fortuna Düsseldorf und an Fürth. Wirklch auffällig war er nirgends. Gelingt’s im Ländle?
Foto: GAK.