Fußball

Scheiblehner nach Zürich: Holt Blau Weiß Linz Peter Pacult?

Paukenschlag bei Blau Weiß Linz zum Trainingsstart: Trainer Gerald Scheiblehner zog die Ausstiegsklausel, die bei der Verlängerung des Vertrags vor vier Monaten zu seinen Forderungen gehörte, um ins Ausland wechseln zu können. Der 48 jährige entschied sich für den Schweizer Rekordmeister Grasshoppers Zürich, mit dem er bereits im Winter erste Kontakte hatte.  Der Traditionsklub gewann 27 Meistertitel, den letzten allerdings bereits vor 22 Jahren. Trainer war damals Marcel Koller, der sieben Jahre später Österreichs Teamchef wurde. Letzte Saison wäre Grasshoppers Zürich beinahe abgestiegen, war in der Qualifikationsgruppe punktgleich mit dem Absteiger Yyerdon Vorletzter, musste daher in zwei Barriage-Duelle gegen Aarau, die er mit dem Gesamtscore von 4:1 für sich entschied. Danach musste der Deutsche Tomas Oral als dritter Trainer in den letzten zwei Jahren gehen.

Grasshoppers Zürich gab den neuen Trainer aus Österreich bis Montagabend offiziell nicht bekannt, Scheiblehner „verriet“ sich durch seinen Instagram-Eintrag, in dem er Grasshoppers bereits als seinen neuen Klub bezeichnete. Der praktisch der Los Angeles Football-Group gehört, die mit Bayern München kooperiert und Wacker Innsbruck genauso finanziell am Leben erhält wie die Grasshoppers. Nur kommt das in Zürich teurer als in Tirol. Für den US-Investor sitzt der Deutsche Harald Gärtner in der Geschäftsführung, der zuvor den Aufstieg von Austria Klagenfurt in die Bundesliga begleitet hatte, ehe er zurücktrat. Vor Jahrzehnten brachte Gärtner gemeinsam mit Ralph Hasenhüttl Ingolstadt in die Bundesliga. Sportchef bei Grasshoppers ist der Schweiz Ex-Teamspiele Alain Sutter, der diesen Job zuvor bei St.Gallen hatte. Sutter war Spieler der Grasshoppers, als Kurt Jara von 1986 bis 1988 Trainer des Klubs war, mit dem er als Spieler Meister wurde. 32  Jahre nach Jara war ein anderer Österreicher für vier Monate Grasshoppers-Trainer: Goran Djuricin nach seiner Beurlaubung bei Rapid von Februar bis Juni 2020.

Scheiblehner, der in vier Erfolgsjahren Blau Weiß aus der zweiten Liga unter die ersten sechs der Bundesliga führte, wahrscheinlich auch erkannte, dass eine Steigerung kaum noch möglich sein wird, kommt in ein schwieriges Umfeld. In das er als Assistenten den 31 jährigen Alexander Zellhofer, der die Vienna von 2020 bis 2024 zurück in den Profifußball brachte, mitnimmt. Blau Weiß bekommt für die Vertragsauflösung 150.000 Euro. Vorläufig übernimmt Scheiblehners Assistent Andreas Gahleitner. Wen holt Sportchef Christoph Schösswendter als Nachfolger? In Linz kursierte Montag der Name des vor kurzem beim LASK beurlaubten Markus Schopp, dessen Vertrag mit dem Lokalrivalen von Blau Weiß noch zwei Jahre läuft und aufgelöst werden müsste. Nicht anzunehmen, dass Schopp diese „Freude“ dem LASK-CEO Siegmund Gruber machen wird. Heiß gehandelt wird auch der erfahrene Peter Pacult, der mit Austria Klagenfurt auf keinem Abstiegsplatz stand, als er beurlaubt wurde, den auch Geschäftsführer Christoph Peschek kennt. Ein Thema könnte Gernot Messner sein, der den GAK in die Bundesliga brachte. Genannt wird auch Thomas Darazs, der Kurzzeit-Vorgänger von Schopp beim LASK.

Eine Änderung gab es im Trainerteam von Sturm Graz: Michael Madl, der Assistent von Chef Jürgen Säumel, beendete aus private Gründen seine Tätigkeit. Auf ihn folgt Martin Lassnig, der Co-Trainer von Peter Pacult bei Austria Klagenfurt.

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