Fußball

Auch von Gregoritsch bekam Rapid keine Zusage

Das dreiwöchige Sommertheater um einen ablösefreien, aber immens teuren Wechsel des vertragslosen Marko Arnautovic zu Rapid ist endlich beendet. Was seit Mittwoch, seit einem Interview von Trainer Peter Stöger im Rapid-TV ohnehin im Raum stand, bestätigte Freitagmittag Sportchef Markus Katzer, der „Erfinder“ der Idee, dass Arnautovic künftig den Rapid-Dress mit der Nummer sieben tragen soll, die Gespräche mit dem 125 fachen Teamspieler nicht mehr fortzusetzen.  Dass er sich beim 36 jährigen für sein grundsätzliches Interesse am grün-weißen Projekt bedankt, ist wieder etwas übertrieben. Dass Arnautovic  von mehreren Klubs mit einem größeren finanziellen Background als ihn Rapid hat, umworben wird, ist nicht mehr als eine Vermutung. Genauso könnte man annehmen, er pokert und wartet auf einen finanziell lukrativeres Angebot von einem Klub, bei dem der Saisonstart nicht nach Wunsch verläuft. Denn als vertragsloser Spieler ist Arnautovic ja nicht auf die offiziellen Transferzeiten fixiert. Er kann jederzeit engagiert werden.

Offenbar hat sich bei Rapid spät, aber doch die Erkenntnis durchgesetzt, dass man nicht sechs Millionen Euro für einen Zweijahresvertrag mit einem Spieler investieren soll, der nicht mehr 90 Minuten durchhält, bei englischen Wochen Pausen brauchen wird. Schon vor Arnautovic bewarb sich Rapid um einen anderen Teamstürmer, um Michael Gregoritsch, der bei Freiburg nicht mehr erste Wahl sein dürfte und mit diesem Status alles andere als zufrieden ist. Gregoritsch bedankte sich für das Angebot, das er als Auszeichnung empfand, sagte aber klipp und klar, dass er nicht nach Österreich zurück, sondern in Deutschland bleiben will. Der 31 jährige Grazer, der im Winter auch die Möglichkeit, zu Red Bull Salzburg zu übersiedeln, ablehnte, wäre sicher die sportlich bessere Variante gewesen. Teamchef Ralf Rangnick wird die Entwicklung um die Teamstürmer mit Sorge verfolgen. In zwei Monaten geht die WM-Qualifikation weiter.

Rapid brauch noch zwei Stürmer. Einen für das Zentrum und einen für die Außenbahn als Nachfolger des Rekordverkaufs Isak Jansson. In deutschen Medien wurde der 30 jährige Davie Selke als Rapid-Kandidat genannt, der letzte Saison mit 22 Toren dem Hamburger SV zum Aufstieg verhalf. Doch Selke verhandelt derzeit in der Türkei mit Basaksehir Istanbul. Beim Samstag-Test in Hausmening über 2 x 60 Minuten gegen de slowakischen Klub Zilina wird Stöger zwei komplette Mannschaften einsetzen. Als Stürmer stehen ihm derzeit Ercan Kara, Neuerwerbung Claudy Mbuyi, Andrija Radulovic und Furkan Dursun zur Verfügung. Nikolaus Wurmbrand braucht noch Zeit, um matchfit zu werden.

In der zweien Runde der Qualifikation zur Conference League wird Rapid vermutlich auf FK Becic Tuzi treffen. Die Mannschaft aus dem Montenegro gewann das Heimspiel gegen Sileks Kvatoro aus Nordmazedonien 2:0. Apropos Conference League: Sollte Rapid in die Ligaphase kommen, könnte nach derzeitigem Stand auch die Mannschaft von Oliver Glasner, Crystal Palace, der Gegner sein. Eigentlich wären die „Eagles“ als Cupsieger für die Europa League qualifiziert. Aber das US-Unternahmen „Eagle Group“ von John Textor besitzt sowohl Anteile an Crystal Palace und an Olympique Lyon. Zwei Mannschaften mit gleichem Besitzer dürfen laut UEFA nicht in einem Bewerb spielen. Da Lyon in der Meisterschaft besser platziert war als Crystal Palace, wurden der Londoner Traditionsklub zum „Abstieg“ verurteilt. Er wird gegen das Urteil beim internationalen Sportgerichtshof in Lausanne Einspruch erheben.

 

Foto: ÖFB/Christopher Kelemen.

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