Fußball

Falscher Elfer kostete zwei Punkte – aber Rapid machte zu wenig für Sieg

Fast hätte man den Satz bemühen können, dass man die Qualitäten einer Mannschaft erkennt, wenn sie nicht gut spielt, aber dennoch gewinnt. So sah es Sonntag in Graz bis zur 94. Minute aus, als Tabellenführer Rapid beim Letzten GAK 1:0 führte, ohne in der völlig zerfahrenen zweiten Hälfte zu überzeugen. Aber dann kam ein falscher Elfmeter, denn VAR Manuel Schüttengruber, der schon als Schiedsrichter für seltsame Entscheidungen bekannt und berüchtigt war, dies nach Ende dieser Karriere als VAR  nicht zum ersten Mal fortsetzt, erfand. Nach einer Flanke kam der GAK-Australier Jacob Italiano vor seinem Landmann im Rapid-Dress, Marco Tilio, zum Ball, der sanch klar am Tor von Niklas Hedl vorbeiging. Italiano hätte aus der Situation nicht mehr machen können, als Tilio stolperte und es zum Kontakt mit Italiano kam, Referee Harald Lechner schätzte die Situation richtig ein, gab keinen Elfmeter. Doch dann meldete sich Schüttengrüber, sah eine krasse Fehlentscheidung. Offenbar gelang es ihm, Lechner beim On Field-Review vom Elfmeter zu überzeugen. Den der nach 22 Minuten eingewechselte GAK-Kapitän Daniel Maderner, der in der letzten Runde einen vergab, sicher verwandelte. Selbst die GAK-Spieler sprachen nachher von einem Elfmeter, den man nicht geben muss. Lechner lehnte ein „Sky“-Interview ab.

Bei Rapid gab es Umstellungen. Furkan Demir überzeugte als rechter Verteidiger statt Bendegüz Bolla, bis er im Finish verletzt ausschied, Kapitän Matthias Seidl kam zurück in die Startelf, zu der auch Tobias Gulliksen wie beim Cupaufstieg in Oberwart gehörte. Mit dem zweiten Torschuss ging Rapid in Führung, es war das erste Bundesligator des Franzosen Janis Antiste. Die Schlüsselszene war kurz nach der Pause, als Claudy Mbuyi (Bild) nach Vorarbeit von Nikolaus Wurmbrand den Sitzer zum 0:2 ausließ. Danach wurde Rapid erst wieder in der 109. Minute gefährlich, als ein Kopfball von Nenad Cvekovic vom US-Legionär des GAK, Donovan Pines, auf der Linie abgewehrt wurde. Wegen Pyrotechnik gab es zu Beginn jeder Hälfte Verzögerungen, das Spiel dauerte 111 Minuten.

Rapids Trainer Peter Stöger nahm den entgangenen vierten Auswärtssieg hintereinander gelassen und ruhig hin: „Wir sind, je länger es ging, immer mehr in den Verwaltungsmodus gekommen, waren nicht mehr aktiv.“ Einen Sieg ruhig über die Distanz zu bringen, damit hat Rapid Probleme. Darum sagte Stöger nicht zum ersten Mal: „Wir haben noch viel zu tun, sind keine Übermannschaft, die durch die Liga marschiert!“ So hätte er auch nach einem Sieg gesprochen. Nach zwei verlorenen Punkten werden ihm das wahrscheinlich mehr glauben: „Unsere Spieler müssen auch lernen, gehypt zu werden wie zuvor noch nie und das richtig einzuordnen!“

Aufregung gab es auch nach dem 1:1 (0:1) im Westderby zwischen Altach und WSG Tirol  um Schiedsrichter Emil Ristokov und VAR Sebastian Gishammer. Tirols Trainer Phlipp Semlic konnte nicht verstehen, wieso bei 0:0 das Tor des Ex-Rapidlers Benjamin Bockle wegen eines angeblichen Fouls an Sandro Ingolitsch annulliert wurde, übte harte Kritik. Tirol führte nach einem von Marlon Mustapha vergebenen Altach-Elfmeter durch das fünfte Saisontor von Kapitän Valentino Müller in der Nachspielzeit der ersten Hälfte bis zur 81. Minute, ehe Altachs Joker Srdan Hrstic bei seinem Ligadebüt ausglich. Der Serbe ist Leihspieler vom schwedischen Klub Häcken. Keine Rolle spielte  Schiedsrichter Christian Petru Ciorchirca beim verdienten 2:0 (0:0) des LASK vor 18.134 Zuschauern im Linzer Derby gegen Blau Weiß. Beide Tore fielen durch Joker erst im Finish: Christoph Lang, in der 81. Minute für Valon Berisha gekommen, traf fünf Minuten später aus 17 Metern ins lange Eck, in der Nachspielzeit der Tscheche Krystof Danek, der von einem Fehler seines Landsmanns Viktor Baier im Tor von Blau-Weiß profitierte. Der zweite Sieg war wie eine „Erlösung“ für den LASK und seinen Trainer Joao Sacramento. Pech für Blau Weiß, dass der neue Torjäger Shon Weissman nach einer halben Stunde mit einer Schulterverletzung ausschied.

Foto: Gepa/Admiral.

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