Fußball

Die billigste Karte beim „El Clasico“ kostet 135 Euro!

Egal, was noch kommen wird: Der erste „El Clasico“ dieser Saison zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona am Sonntagnachmittag im Bernabeu-Stadion bleibt das Herbst-Highlight im europäischen Fußball. Die Frage nach der Vorherrschaft in Spanien war selten so offen wie diesmal. Meister Barcelona kommt als Verfolger nach Madrid.  Nach neun Runden hat Tabellenführer Real zwei Punkte Vorsprung. In den vergangenen vier Saisonen wurden die Erzrivalen abwechselnd Meister und sammelt das gleich viele Punkte: Real Madrid 367, Barcelona 356. Es treffen zwei unterschiedlichen Philosophien aufeinander: Real, 36 mal Meister, 15 mal Champions League-Sieger kommt mehr über die Kraft, Barcelona, 28 mal Meister, fünfmal Gewinner der Champions League, will immer nur schön spielen.

Es heißt zum ersten Mal bei den Trainern Xabi Alonso gegen Hansi Flick. Alonso, 2024 Leverkusens Double-Macher, steht trotz 14 Siegen in 17 Spielen bei Real unter Druck. Weil es im Semifinale der Klub-WM gegen Paris St. Germain mit 0:4 eine Abfuhr gab, ebenso zuletzt mit 2:5 im Madrider Derby gegen Atletico. Eine Pleite daheim wären für den stolzen Klub ein Riesenproblem. Alonso stellt in allen elf Pflichtspielen jedes Mal die Startelf um. Daher wackelten mitunter Abwehr und Mittelfeld. Topstars wie Vini jr. oder Allrounder Valverde beschwerten sich bereits öffentlich über ihre Rollen.  Zuletzt fehlten mit Österreichs Teamkapitän David Alaba, Antonio Rüdiger, Trent Alexander Arnold und Carvajal vier Abwehrspieler – dennoch gibt es keine Entschuldigungen. Der Clasico wird für Alonso eine Art Meisterprüfung.

Am Sonntag fehlt Flick auf der Bank, da der letzte Runde beim 2:1 gegen Girona zu heftig reklamierte und mit Gelb-Rot auf die Tribüne musste.  Er hat nach drei Titel in seiner Premierensaison bei den Katalanen ein aktuelles Problem:  Seine Abwehr, die extrem hoch steht, wird für das mutig Verteidigen bestraft. Die Abseitsfalle wurde von den Gegnern inzwischen entschlüsselt. Real hat mit Thibault Courtois sicher den besseren Tormann als Barcelona mit dem polnischen Routinier Wojciech Szczesny, im Mittelfeld fehlt Real seit dem Abschied von Toni Kroos und Luka Modric ein Regisseur wie ihn Barcelona mit Pedri hat. Durch das Duo Pedri- de Jong kann Barcelona den Ausfall von Gavi und Olmo verkraften.  Real hat mit Kylian Mbappe (Bild)  und Vini jr. das aufregendste Offensiv-Duo der Welt, bei Barcelona kommt zu Supertalent Lamine Yamal, der nach Schambein-Problemen gegen Girona und Olympiakos Piräus spielte, der bisher überzeugende Engländer Marcus Rashford und Ferran Torres. Beide haben Defensiv-Probleme und einen extrem gefährlichen Angriff.

Die Frage: Wird das um 1,3 Milliarden Euro renovierte Bernabeu für den Clasico voll? Der Zuschauerschnitt im Hightech-Stadion liegt mit 72.477 klar unter der Kapazität von rund 83.000. Das könnte an den hohen Eintrittspreisen liegen: Die billigste Karte für den Clasico kostet 135 Euro, die teuerste 465. Dazu gibt es noch viel teurere VIP-Pakete.

Foto: Real Madrid.

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