Sebastian Prödl war vor 18 Jahren Kapitän von Österreichs U 20, die bei der WM in Kanada das Semifinale erreichte. Jetzt ist Prödl (Bild) als Chef der österreichischen Nachwuchsteams bei der U 17-Weltmeisterschaft in Katars Hauptstadt Doha: „Es muss das Ziel jedes einzelnen sein, im Laufe des Turniers ins internationale Blickfeld zu geraten.“ Bisher kann Prödl mit drei Siegen des Teams von Hermann Stadler in den drei Gruppenspielen zufrieden sein. Die außer Österreich nur Argentinien, Italien und den USA gelangen. Frankreich und Deutschland stiegen nicht mit neun, sondern nur mit vier Punkten auf, Österreich als zweitbester Gruppensieger. Daher gab es laut Tabellenranking den Gegner Tunesien. Bis zum Semifinale fehlen noch drei Siege, aber es spricht nicht dagegen, sondern alles dafür, dass Samstag in der Aspire Academy der erste am Weg dorthin gelingt. Tunesien erzielte in den Gruppenspielen bei den knappen Niederlagen gegen Argentinien (0:1) und Belgien (0:2) kein Tor, gegen Fidschi hingegen sechs, war einer der acht besten Gruppendritten, die in die k.o.-Phase kamen.
Auch wenn Stadler im Training versuchte, ein mögliches Elfmeterschießen so gut wie möglich unter Wettkampfbedingungen zu simulieren, in der Mannschaft müsste genug Qualität sein, um nach 90 Minuten als Sieger festzustehen. Auch wenn k.o.-Spiele ihren eigenen Charakter haben und Kleinigkeiten entscheiden mögen: Man kann sich auf das Abwehrzentrum mit Kapitän Jakob Pokorny und den Austrianer Ifeany Ndukwe verlassen, im Mittelfeld gibt es dank Vasilje Markovic solide Defensvarbeit, sind 1860 München-Legionär Loris Husic, Filip Aleksa und Luca Weinhandl für spielerische Impulse gut, im Angriff Dominik Dobis und Hasan Deshisku für Tore. Deshisku erzielte bisher bei der WM drei, Dobis war laut Stadler im Erfolgsjahr der U 17 an 80 Prozent der erzielren Treffer beteiligt. Österreich braucht sich nicht zu verstecken. Darum setzen sich die Teamspieler von übermorgen selbst keine Grenzen. Wenn sie ihre Stärken ausspielen, können sie jeden Gegner schlagen. So war das auch 2007 bei Prödl, Zlatko Junuzovic, Veli Kavlak, Martin Harnik, Jimmy Hoffer, Rubin Oktotie & Co. Bis zum Semifinale. So weit will auch Stadler nicht denken: „Von Geheimfavorit sind wir noch weit entfernt, das wäre vermessen. Auf jeden Fall sind wir unangenehm zu bespielen!“ Das wird auch Tunesien merken. Der Gegner im Achtelfinale wäre sicher der bisher schwerste: Der Sieger aus England gegen Südkorea.
Foto: ÖFB/Andreas Pichler.