Vor einem Jahr trat der frühere Meistertrainer von Borussia Dortmund und des FC Liverpool, Jürgen Klopp seine neue Aufgabe als „Head of Global Soccer“ bei Red Bull an. Bei „Sport und Talk aus dem Hangar 7“ wird ServusTV Montagabend die Bilanz ziehen. Es wird wohl eine Lobhudelei werden, zumal RB-Boss Oliver Minzlaff erst kürzlich von einem „Königstransfer ohne Ablöse“ sprach. Der Werbewert war tatsächlich sehr groß. Aber was hat der mächtige Strippenzieher Klopp wirklich erreicht? Bei Salzburg hätte man sich doch mehr erwartet. Zumal Klopp bereits vor dem offiziellen Amtsantritt in die Bestellung von Thomas Letsch als Trainer involviert war. Salzburg ist aktuell zwar Winterkönig, gewann aber letzte Saison keinen Titel, scheiterte in dieser international aber in der Qualifikation zur Champions League an Club Brügge und steht in der Europa League in der Ligaphase nur auf Platz 31, also knapp vor dem Ausscheiden. Da werden die letzten zwei Spiele gegen den FC Basel und Aston Villa nichts ändern.
„Ich bin so etwas wie ein Doktor Fußball. Und helfe, wo ich gebraucht werde“ skizzierte Klopp seine Tätigkeit. Er ernannte seie ehemaligen Co-Trainer Zsolt Löw und Peter Krawitz zum „Head of Soccer Development“ und „Head of Soccer Philosophy“, was immer das auch sein mag. Aus seinem früheren Liverpool-Netzwerk gehören Athletik-Trainer Andreas Kornmayer als „Global Director Football Performance“ und die Assistentin Danielle McNally zu Klopps Team. Ebenso als „Trainer Scout“ Jürgen Kramny, ein ehemaliger Klopp-Mitspieler in Mainz.
Offiziell ist der Trainerbereich das Hauptbetätigungssfeld von „Doktor Klopp“. Er soll die idealen Trainer finden und sie besser machen. Bei Leiozig, New York, Bragantino in Brasilien und Omoya in Japan haben vier Teams von Red Bull unter Klopp den Trainer gewechselt. In Leipzig und New York sah Klopp für Ex-Salzburg-Meistertrainer Marco Rose (Bild) und Sandro Schwarz keine Zukunft, obwohl er mit ihnen seit gemeinsamen Mainzer Zeiten befreundet ist. In Leipzig legte sich Klopp auf Ex-Bremen-Coach Ole Werner als Nachfolger fest, bis Weihnachten lief es mit ihm besser. Das war ein echter Coup. Letzte Woche schaute Klopp im Wintertrainingslager von Leipzig vorbei, kommt er diese Woche auch zu Salzburg nach Belek? Mit Salzburgs neuem Sportvorstand Marcus Mann sprach Klopp, bevor dessen Engagement fixiert wurde.
Foto: Servus TV.