In seinen vierzehneinhalb Jahren als Trainer von Atletico Madrid gewann der Argentinier DiegoSime Simeone seit Dezember 2011 sieben Titel. Alle möglichen mit einer Ausnahme: die Champions League. Letzte Saison scheiterte Atletico im Achtelfinale am Stadtrivalen Real im Elfmeterschießen, heuer schaltete Atletico im Viertelfinale mit dem FC Barcelona einen Favoriten aus. In der Champions League zeigt sich Atlético stärker in Form als in der La Liga, K. o.-Spiele sind die „Spezialität“ von Simeone. Im Semifinale ist die Mannschaft, die in dieser Saison in der Königsklasse noch kein Spiel verloren hat, die hohe Hürde: Arsenal fertigte in der Ligaphase Atletico Madrid am 21. Oktober durch Tore von Gabriel Magalhães, Gabriel Martinelli und zwei des Schweden Viktor Gyökeres 4:0 ab, schlug danach Bayern München und Inter Mailand jeweils 3:1. Aber so überzeugend wie im Herbst spielt Arsenal nicht mehr: Von vier möglichen Titeln sind zwei weg, die in den englischen Pokalbewerben. In der Premier League hat Manchester City im Titelduell die besseren Karten als Arsenal. In England spekulieren viele, dass die Zeit des spanischen Trainers Mikel Arteta vorbei sein könne, wenn er die Saison ohne Titel beendet. Seit Dezember 2019 gewann er nur einmal den FA-Cup, in der Premier League wurde er dreimal hintereinander Zweiter. In der Champions League scheiterte Arsenal letzte Saison im Semifinale an Paris St. Germain. Heuer gelang im Viertelfinale gegen Sporting Lissabon nur ein Tor, erzielt vom Deutschen Kai Havertz in der Nachspielzeit im Estádio Alvalade, nur ein Tor. Aber das reichte. In London blieb es beim 0:0.
Für einen der Topstars von Atletico wäre es das perfekte Happy End, sich nach 500 Einsätzen und 200 Toren als Champions-League-Sieger zu verabschieden: Der 35 jährige Franzose wechselt in die Major League Soccer zu Orlando City, jenem Klub, bei dem vor Jahren der Rapidler Ercan Kara gespielt hatte. Auch für den 34-jährigen Kapitän Koke, das Gesicht von Atletico, oder den 31-jährigen Marcos Llorente könnte es eine der letzten Chancen sein, den Henkelpott in Händen zu halten. Der argentinische Weltmeister Julian Alvarez wird noch mehrere Möglichkeiten haben – er ist erst 26, Simeones Sohn Gianluca noch fünf Jahre jünger. Das Spiel ist in Österreich nur bei Canal+ zu sehen. Als Experte ist Teamchef Ralf Rangnick im Studio. Einen Spieler von Atletico kennt er besonders gut: Ademola Lookman, der gegen Barcelona das entscheidende Tor zum Aufstieg erzielte. In seiner Zeit als Leipzig-Spotchef nahm Rangnick Lookman unter Vertrag.
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Foto: UEFA.