Fußball

Wöber oder Friedl: Bremer Duell um einen Platz im WM-Kader

Fünf Monate nach der Geburt seines Sohnes gab es letzten Sonntag für Max Wober das zweite Highlight in dieser Saison.  Ein kleineres, das aber sportlich mehr Bedeutung hatte: seine ersten Bundesligaminuten in dieser Saison für Werder Bremen. Nach 65 Minuten war es beim 1:1 in Stuttgart so weit, es folgten starke Szenen des 28-jährigen Wieners, die in Erinnerung blieben. Sowohl im eigenen als auch im gegnerischen Strafraum. Danach applaudierte auch Wöber den Werder-Fans (Bild).  Mit dem Kurzeinsatz war er durchaus zufrieden, jetzt hat er für die letzten drei Runden nur ein Ziel: so viele Spielminuten wie nur möglich. Werder Bremen trifft auf Klubs, bei denen Österreicher engagiert sind: Zunächst auf Augsburg mit Michael Gregoritsch, dann auf Hoffenheim mit Alexander Prass und zum Abschluss gegen Borussia Dortmund mit Marcel Sabitzer. Zwei Tage später nominiert Ralf Rangnick Österreichs WM-Kader. Mit oder ohne Wöber?

Das könne auf ein Bremer Duell zwischen ihm und Kapitän Marco Friedl, der letzten Sonntag verletzt ausfiel, zuvor gesperrt war, hinauslaufen. Beide sind Linksfüßer – aber auf Grund der bisherigen Rangnick-Ära dürfte Wöber beim Teamchef die besseren Karten haben. Er kam  bei der Europameisterschaft in drei der vier Partien zum Einsatz, Friedl gehörte nicht zum Kader.  Wöber wurde vor einem Jahr von Rangnick zum Auftakt der WM-Qualifikation gegen Rumänien aufgeboten. obwohl er zuvor wochenlang bei Borussia Mönchengladbach verletzt pausieren musste. Wöber revanchiere sich mit einer herausragenden Partie. Rangnick weiß, was er an Wöber hat.  Sonst hätte er  nicht in den Kader für die März-Tests gegen Ghana und Südkorea geholt, obwohl  er wusste, dass Wöber nicht matchfit war. Pech, dass Wöber nach der Rückkehr aus dem Kurztrainingslager Marbella erkrankte.

Jetzt ist er wieder belastbar, hat seine erste Weltmeisterschaft im Visier. Sportlich gibt´s kein anderes Thema für ihn. Erst, wenn das geklärt wird, geht´s auch um die Zukunft: Werder Bremen hat eine Kaufoption auf ihn, die nicht billig ist. Als Realist weiß er, dass die Chancen, dass sie gezogen wird, nicht groß sind, weil er erst vier Runden vor Schluss erstmals spielte. Der Vertrag bei Leeds läuft noch ein Jahr. bis 2027. Die Bereitschaft der Engländer, ihn zum dritten Mal zu verleihen, wird sich in Grenzen halten, da er danach kostenlos frei wäre. Spannende Fragen, aber für Wöber zählt vorerst nur eines: mit Österreich zur WM fliegen.

 

Foto: Werder Bremen/Nordphoto.

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