Fußball

Wahnsinn in Paris: Historisches Neun-Tore-Duell! Nach 4:5 alles offen für Bayern

0:1, 1:1, 2:1, 2:2, 3:2 bis zur Pause, 4:2, 5:2, 5:3, 5:4 in der zweiten Hälfte: die Torfolge des ersten Semifinales in der Champions League zwischen Titelverteidiger Paris St. Germain und Bayern München im Parc des Princes. Spektakulärer und intensiver kann Fußball nicht sein als beim trefferreichen Semifinalduell in der Geschichte der Königsklasse. Das war ein Duell für die Geschichtsbücher. Nach 58 Minuten schien Paris St. Germain mit einem Bein schon im Endspiel zu sein, zehn Minuten später war Bayern zurück. Nach dem unfassbaren Spektakel der besten Offensivabteilungen der Welt bleibt für das Retourspiel  am kommenden Mittwoch in München alles offen. Da wird Bayerns Trainer Vincent Kompany nicht mehr wegen seiner Sperre auf der Medientribüne zwischen zwei Analysten sitzen, sondern aus der Coaching Zone die Kommandos geben. Und wird Konrad Laimer sicher nicht wieder auf der Bank beginnen und erst zur zweiten Hälfte kommen.

Das war die unerwartete Überraschung bei Bayern. Konrad Laimer nicht erste Wahl, weder rechter noch linker Verteidiger. Rechts erhielt der Kroate Josip Stanisic den Vorzug, links der Kanadier Alphonso Davies. Der 25 jährige ist zwar schneller als Laimer, war aber bis Dezember nach einem Kreuzbandriss nicht matchfit, musste im Februar nochmals mit einem Muskelfaserriss pausieren. Kam daher in dieser Saison nur auf 189 Minuten in der Champions League, stand nie in der Startelf. Laimer hingegen bis auf zwei Spiele in der Ligaphase, als er eine Wadenverletzung hatte, immer. Nach 17 Minuten gab es nach einem Foul von William Pacho an Luis Diaz Elfmeter, den Harry Kane verwandelte. Michael Olise ließ die Chance zum 0:2 aus, dann traf Khvicha Kvaratskelia zum Ausgleich. Stanisic war nicht nur in der Szene gegen den Georgier überfordert. Nach einem Eckball von Dembele traf der nur 1,74 Meter große Joao Neves per Kopf, er sprang höher als Jamal Musiala. Der in der ersten Hälfte überragende Olise glich vier Minuten vor der Pause aus, doch die letzte Aktion in der Nachspielzeit brachte die Führung. Weil der Schweizer Referee Sandro Schärer vom spanischen VAR Carlos del Cerro Grande zum On-Field-Review geschickt wurde und dann auf Hand von Davies und Elfmeter entschied, den Ousmane Dembele verwertete.

Für Davies kam in der zweiten Hälfte Laimer, der gleich sehr präsent war, in eine torgefährliche Situation kam. Aber es traf Paris: Zunächst wieder der herausragende Kvaratskhelia (Bild), dann der zum „man of the match“ gewählte Dembélé via Innenstange. Zwei Tore innerhalb von drei Minuten. Bis dahin hatte Paris elf Schüsse, fünf gingen auf das Tor, alle waren drinnen, ohne dass man Manuel Neuer einen Vorwurf machen konnte. Bayern ging sensationell mit den Rückschlägen um, zeigte seine Comeback-Qualitäten, traf auch zweimal in drei Minuten. Zunächst verlängerte der Ex-Salzburger Dayot Upamecano irgendwie einen Freistoß von Joshua Kimmich,  dann trickste Luis Diaz nach einem Kane-Pass Paris-Kapitän Marquinhos perfekt aus, traf genau ins Eck. Danach wurde es kurzfristig „ruhiger“ – doch fast wäre noch das 6:4 gefallen. Der 19-jährige Paris-Joker Senny Mayulu traf die Latte. Glück für Bayern.

Foto: UEFA.

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