Langsam, aber sicher wird die Erfolgsserie von Altach mit dem neuen Trainer Ognjen Zaric unheimlich: Wer hätte sechs Spiele ohne Niederlage zum Start der Ära des 37-Jährigen erwartet? Unglaublich ist, dass sich Altach Mittwoch erstmals in der Klubgeschichte für das Finale im österreichischen Fußballcup qualifizierte. Durch ein 1:0 (1:0) vor 5700 Zuschauern bei Favorit Red Bull Salzburg, bei dem der erhoffte Trainereffekt nur einmal wirkte: Im ersten Spiel unter Daniel Beichler mit dem 5:1-Kantersieg im Spitzenduell der Bundesliga beim LASK. Danach folgten zwei Heimspiele ohne erzieltes Tor. Das 0:0 gegen Hartberg und das K. o. im Semifinale des Uniqa-Cups. Altach verlor schon unter Zaric‘ Vorgänger Fabio Ingolitsch in dieser Saison gegen die Salzburger nicht (2:2, 1:1). Der Sieg unter Zaric war Altachs erster in Salzburg seit 7. März 2015, also seit elf Jahren, ein Heimsieg gegen die „Bullen“ war Altach zuletzt vor fünf Jahren gelungen. Es war ein historischer Sieg, der auf der Homepage mit „absoluter Wahnsinn“ kommentiert wurde. Zaric war „mega, mega stolz, vor allem über die Art und Weise, in der die Sensation gelang.“
Altach brauchte Glück, um nicht in Rückstand zu geraten. Nach zehn Minuten köpfelte Moussa Yeo an die Stange. Andererseits trafen die Vorarlberger auch zweimal Aluminium, bevor Kapitän Lukas Jäger in der zweiten Minute der Nachspielzeit der ersten Hälfte nach einem Eckball von Patrik Greil das goldene Tor zum Aufstieg köpfte. Der erste Treffer des 32 jährigen Kapitäns in seinem 27. Cupspiel. Salzburg fehlten die Ideen, auch vier Wechsel änderten nichts. Die erste Titelchance ist weg: „Nach einer halben Stunde fehlte die nötige Aggressivität. Jetzt brauchte es einen psychologischen Faktor, um die Mannschaft wieder aufzubauen“, glaubt Beichler. Salzburgs Pleite ist sicher nicht gut für Rapid. Dadurch sind die Cupverlierer Sonntag zum Abschluss des Grunddurchgangs in Hütteldorf unter Druck. Rapid muss die Salzburger wahrscheinlich schlagen, um in die Meisterrunde zu kommen.
Auf den Finalgegner muss Altach warten. Denn das zweite Semifinale zwischen Ried und LASK wurde 15 Minuten vor Anpfiff wegen zu dichten Nebels im Innviertel abgesagt. Die Fans quittierten die Entscheidung des Salzburger Schiedsrichters Sebastian Gishamer mit einem Pfeifkonzert. Aber Gishamer lag mit der Einschätzung, dass es keine fairen Bedingungen gab, richtig. Es war mitunter nicht von Tor zu Tor zu sehen. Der VAR hätte die für Abseitsentscheidungen nötige kalibrierte Linie nicht ziehen können. Der Nachholtermin für das Oberösterreich-Derby steht noch nicht fest. Bis zum Finale am 1. Mai in Klagenfurt ist noch genug Zeit.
Foto: Andreas Tröster.