Die erste Niederlage bei der Eishockey-WM kam nach den drei Startsiegen für Österreichs Team nicht unerwartet, aber die Höhe war schon brutal. Das 0:9 (0:4, 0:3, 0:2) in der mit 10.000 Zuschauern ausverkauften Swiss Life Arena bedeutete die höchste gegen die Schweiz bei der WM seit 77 Jahren. Die von der Intensität und dem Tempo der Eidgenossen überforderten Österreicher konnten einem leid tun. Dabei hieß das Schussverhältnis am Ende nur 20:30. Die Familie von Roger Bader litt auf der Tribüne mit Österreichs Teamchef, der nachher nüchtern analysierte: „Es war ein Spiel gegen einen total überlegenen Gegner, der so ein absoluter Favorit auf den WM-Titel ist. Sie spielten fantastisches Eishockey. Dazu haben wir das vierte Spiel in fünf Tagen schon gespürt, wir waren eine Schlachtplatte, müssen uns aber nicht schämen!“
Bader schonte sowohl Dominic Zwerger, der den Check gegen seinen Kopf beim Seg üebr Lettland am Vortag noch spürte, als auch den angeschlagenen Vonzenz Rohrer. Für sie kam Youngster Leon Kolarik zu Kapitän Peter Schneider und Benjamin Nissner in die erste Linie, Tim Harnisch in die zweite. Im vierten Sturm spielten diesmal die WM-Neulinge Ian Scherzer und Henrik Neubauer mit Leon Wallner. Im Tor bekam Atti Tolvanen nach der Glanzpartie gegen Finnland eine Pause, es begann David Kickert. Der konnte den Rückstand fünf Minuten lang hinauszögern, nach fünf Minunten und elf Sekunden stand es 0:1, acht Minuten und zehn Sekunden später schon 0:4. Nach einem Doppelschlag in nur 21 Sekunden stand es nach 30:03 Nuteb 0:6, womit Österreich ein Tor mehr kassiert hatte als in den ersten drei Partien zusammen. Danach erlöste Bader Kickert, Nachfolger Florian Vorauer kassierte nur zwei Minutn und 16 Sekunden später über die Fanghand das 0:7. Im letzten Drittel wurde Vorauer noch zweimal bezwungen. Zur zweistelligen Niederlage, die man vor dem letzten Drittel befürchten musste, kam es nicht.
Österreichs Viertelfinalchance lebt trotzdem. Die zwei Ruhetage am Donnerstag und Freitag tun sicher gut. Die größte Chance auf den vierten Sieg gibt es sicher Samstag gegen Deutschland. Dann spielen sicher wieder Zwerger und Rohrer, dazu Tolvanen im Tor. Die Bedeutung zeigt am besten die Reaktion des ORF nach dem Sieg gegen Lettland: Er überträgt Samstag das Spiel im Hauptabendprogramm nicht wie geplant auf ORF Sport +, sondern auf ORF 1. Das stand schon vor dem 0:9 fest. Deutschland verlor Mittwoch gegen die USA nach Penaltyschießen 3:4, holte den ersten Punkt.
Foto: IIHF.