Fußball

Nottingham gehörte nicht zu den Plänen von Oliver Glasner

Entweder zu einem Spitzenklub wechseln, mit dem er in der Champions League spielen kann, oder bis in den Herbst warten, falls sich nichts ergibt. So sah der Plan von Oliver Glasner aus, als er im Winter seinen Abschied von Crystal Palace ankündigte. Seit Montag ist der 51 jährige Glasner, der mit Crystal Palace in den letzten zwei Saisons den FA-Cup, den Community Shield und die Conference League gewann, neuer Trainer von Nottingham Forest. Laut englischen Medien der bestbezahlte in der Vereinsgeschichte. Glasner unterschrieb einen Dreijahresvertrag, soll pro Saison 15 Millionen Euro verdienen. Geld war bei Glasner bisher kein Argument, einen Job zu übernehmen. So wird es auch diesmal gewesen sein. Nottingham war letzte Saison in Abstiegsgefahr, beendete die Saison auf Rang 16, einen Platz und einen Punkt hinter Crystal Palace. In der Europa League kam Nottingham bis ins Semifinale, scheiterte am späteren Sieger Aston Villa.

Der Klub aus der rund 200 Kilometer von London entfernten 350.000-Einwohner-Stadt in den East Midlands, die als Heimat von Robin Hood gilt, gehört dem milliardenschweren griechischen Reeder Evangelos Marinakis. Der letzte Saison mit den Portugiesen Nuno Espírito Santo, dem Australier Ange Postecoglou, dem Engländer Sean Dyche und dem portugiesischen „Retter“ Vitor Pereira vier Trainer rauswarf. Die Familie Marinakis scheint ein „Rauswerf-Gen“ zu haben: Sein Vater Miltiadis entließ 1981 als Hauptbesitzer von Olympiakos Piräus den österreichischen Teamchef, der drei Jahre zuvor bei der WM sehr erfolgreich war, Helmut Senekowitsch, schon nach wenigen Monaten. Der Athener Spitzenklub gehört weiter der Marinakis-Dynastie, jetzt auch der portugiesische Erstligist Rio Ave.

„Wir haben die gleiche Vision“, versicherte Marinakis zur Verpflichtung von Glasner. Das heißt, aus Nottingham wieder einen Spitzenklub der Premier League zu machen. Wobei dies schon einige Zeit zurückliegt. Die beste Zeit erlebte Nottingham Ende der Siebzigerjahre unter dem legendären Manager Brian Clough, als 1979 und 1980 der Europacup der Meister gewonnen wurde. Erst 2022 stieg Nottingham nach 23-jähriger Abwesenheit wieder in die  Premier League auf. Mittelfeldspieler Elliot Anderson, ein Zweikampfmonster, der mit England bei der WM ins Viertelfinale kam, wurde vor vier Tagen um 135 Millionen an Manchester City verkauft. Das ist Englands Rekordtransfer. Ein bekannter Name ist auch der Schweizer Teamstürmer Dan Ndoye. In Wahrheit ist die  Situation bei Nottingham für Glasner eine ähnliche wie zu Beginn bei Crystal Palace. Nur übernahm er die Aufgabe in London mitten in der Saison, bei Nottingham zum Start der Vorbereitung. Die Saison beginnt am 22. August im City Ground mit dem Heimspiel gegen Leeds.

Für Millionentransfers sorgten Newcastle und Tottenham. Newcastle zahlte an Hoffenheim, den Klub von Andreas Schicker und  Christian Ilzer,  50 Millionen Euro für Elfenbeinküste-Stürmer Bazoumana Toure. Ein „Geschenk“ zum 40. Geburtstag von Sportvorstand Schicker, der Benzma vor einem Jahr von Hammarby Stockholm geholt hatte. Jetzt ist der 20 jährige Hoffenheims Rekordverkauf. Newcastle bekam von Tottenham, dem Klub von Kevin Danso, 107,9 Millionen für den italienischen Mittelfeldspieler Sandro Tonali.

Foto: UEFA.

4

Meist gelesen

Nach oben