Zweifelslos wird Österreichs Fußballteam Sonntagabend gegen den Kosovo vor einer schwereren Aufgabe stehen als Donnerstag beim 3:1 gegen Israel in Linz. Schon alleine deshalb, weil mehr als 10.000 Kosovo-Fans im Happel-Stadion sein und ihre Mannschaft lautstark unterstützen werden. Die Euphorie um das Team von Ralf Rangnicks Vorgänger Franco Foda blieb am Donnerstag durch das erste Spiel des Kovo in der Nations League B bestehen, wurde sogar noch gesteigert: Denn beim 1:0 (1:0) gegen Irland im mit 12.667 Zuschauern restlos ausverkauften Stadion von Pristina ließ der Kosovo kaum eine Torchance der Iren zu, spielte mehr klare Sitzer heraus als Österreich gegen Israel. Den siebten verwertete der 32-jährige Vedat Muriqi (Bild), der Nachfolger des zurückgetretenen Abwehrchefs Amir Rahmani als Kapitän, nach 83 Minuten. Er verwertete den Abpraller nach einem Lattenschuss von Joker Ermil Krasniqi, der beim türkischen Sensationstabellenführer, Aufsteiger Amed, spielt, aus kurzer Distanz per Kopf.
Foda bot Legionäre aus Italien, der Türkei, der Ukraine, Deutschland, Polen und Russland auf. Zu denen aus Italien gehört mit Megin Vojvoda ein künftiger Mitspieler von David Alaba bei Udinese. Der prominenteste aus der Serie A kommt von Juventus Turin: Edon Zhegrova, vor einem Jahr um 15,5 Millionen Euro von Lille gekauft. Im Frühjahr war Zhegrova verletzt, jetzt kommt er sozusagen noch als Verstärkung dazu. 15,5 Millionen kostete auch Muriqi, als ihn Fenerbahce Istanbul im Sommer von Spaniens Absteiger Mallorca holte. Er wurde hinter Real Madrid-Star Kylian Mbappe Zweiter der Torschützenliste der La Liga. Das sagt einiges über seine Klasse. In 69 Länderspielen erzielte er 33 Tore, das goldene gegen Irland war sein 14. in der Nations League. Beim letzten 8:0-Kantersieg von Fenerbahce in der türkischen SüperLig gegen Eyupspor traf Muriqi viermal. Gegen ihn müssen Österreichs Innenverteidiger Philipp Lienhart und Kevin Danso hellwach sein. Muriqi und Zhegrova sind ein 31 Millionen-Duo
Im Finish ließ Foda den 17-jährigen Ermin Osmani aus dem Nachwuchs von Bayern München debütieren. Die Österreich-Legionäre Vesel Demaku (Altach), Dion Kacuri (Austria Lustenau) und Valmir Matoshi (Sturm Graz) kamen beim Sieg gegen die Iren nicht zum Einsatz, sie werden auch in Wien nicht zur Startelf gehören. Bei Österreich kam Freitag die Entwarnung bei Michael Gregoritsch: Die Knöchelverletzung ist nicht schlimm, es könnte sich mit einem Einsatz am Sonntag ausgehen. Anzunehmen, dass Rangnick, der Foda als sympathischen Kollegen bezeichnete, umstellen wird. In der Offensivabteilung. Diesmal Paul Winner von Beginn an? Sasa Kalajdžić drängt sich auf jeden Fall auf. Bei ihm lobte Ranbgnick auch seine physische Präsenz.
Foto: ffk.Kosova.