Groß war die Erleichterung bei der Wiener Austria nach dem glücklichen 2:1-Last-Minute-Heimsieg# gegen Aufsteiger Austria Lustenau vor fünf Tagen. Aber wenn darauf Samstag in Graz nicht ein Sieg beim GAK folgt, wird die Nervosität über die zweiwöchige Teampause bis zum Heimspiel gegen Sturm wieder groß sein: Ob der Sprung unter die ersten sechs gelingen wird? Seit dem Aufstieg des GAK verlor die Austria kein Duell gegen die Grazer. Anderseits ist der GAK, bei dem Tino Wawra nach seiner gesundheitsbedingten Auszeit ab 1. Oktober wieder Sportchef sein wird, seit dem Trainerwechsel zu Gerald Scheiblehner unter dem Linzer unbesiegt. Und er fordert eine Fortsetzung: „Wir müssen das Niveau halten, haben den Glauben, Grenzen verschieben zu können. Das ist unser Anspruch.“ Sätze, die auch von seinem Kollegen bei Austria, Stephan Helm stammen könnten.
Saisonübergreifend hat der GAK keines seiner letzten neun Heimspiele verloren. Für Helm stellt sich die Frage, ob die Joker, die gegen Lustenau das Spiel drehten und die Tore erzielten, diesmal beginnen werden. Julian Hettwer und speziell Kelvin Boateng (Bild), der den Ausgleich vorbereitete und das Siegestor erzielte, hätten sich das eigentlich verdient. Auch unter der Woche gab es ein Highlight für die Austria: die erste Nominierung von U-17-Vizeweltmeister Vasilje Markovic in Österreichs Teamkader. Da dürfte auch der gute Kontakt von Sportvorstand Tomas Zorn zu Ralf Rangnick, die vor Jahren gemeinsam bei Lok Moskau tätig waren, geholfen haben. Es wird auch damit spekuliert, dass Rangnick in den bevorstehenden vier Spielen der Nations League Markovic das ein oder andere Mal einwechseln wird, um zu verhindern, dass er noch für Serbien, die Heimat seiner Eltern, spielen könnte.
Vor GAK-Austria steigt Samstag in Lustenau das erste Vorarlberger Derby zwischen dem Aufsteiger und Altach seit 16. Mai 2024. Von den letzten fünf konnte Lustenau keines gewinnen, für Altach geht es darum, die rote Laterne abzugeben. Das Reichshofstadion ist mit jedenfalls ausverkauft. Altach vergrößerte seinen Kader: Mit dem vertragslosen 26-jährigen Mittelfeldspieler Johannes Naschberger, der in den letzten sechs Saisons bei WSG Tirol war. Ried vermeldete sogar seinen 13. Neuzugang: Den 32-jährigen Tormann Hidajet Hankic. Mit dem Routinier, der zuletzt in Russland bei Rostow spielte, ein Länderspiel für Bosnien bestritt, in Österreich auch bei Austria Salzburg und Wacker Innsbruck spielte, hofft man, bei einem möglichen Ausfall der Nummer eins, Kapitän Andreas Leitner, besser gerüstet zu sein als bisher.