Fußball

Adi Hütter kann es besser als Salzburg!

Der Austria verhalf eine Fehlentscheidung des kasachischen Referees Kuchin, ein ungerechtiger Elfmeter, in Larnaca zum Aufstieg gegen AEL Limassol. Sie behielt in dem danach durch Limassol-Fans ausgelösten Chaos und  15minütiger Unterbrechung, nach der erst Raphael Holzhauser den Elfmeter zur Führung verwandelte, die Nerven. Durch das 2:1 ist die Austria Freitag mittag bei der Auslosung des Play-off zur Europa League in Nyon dabei. Ebenso Altach nach der Sensation gegen Gent und  Meister Red Bull Salzburg. Der ebenfalls durch einen Schiedsrichterfehler. Weil der Türke Hüseyin Göcek und sein Assistent beim 0:0 in Rijeka ein korrektes Tor von Reinhold Yabo wegen Abseits annullierten. Bitter, weil da sofort wieder  in Erinnerung kommt, dass ein Mitglied der Schiedsrchterkommission der UEFA den sehr gut dotierten Job als Ausbilder der türkischen Referees hat. Die daher durch den Holländer Jaap Uilenberg dementsprechend forciert werden. Bei Cüneyt Cakir war das gerechtfertigt,  bei Göcek hatte Salzburg Pech.

Das Trainer Marco Rose als Begründung für die verpasste Champions League  nicht gelten läßt. So etwas könne im Fußball eben passieren, es hätte trotzdem noch genügend Zeit gegeben, ein Tor zu erzielen. Zu wenig mutig nach vorne gespielt, hieß der Vorwurf, den Rose seiner Mannschaft machte. Letztes Jahr scheiterte Salzburg erst im Play-off an der ersten Qualifikation für die Champions League gegen Dinamo Zagreb im Nachspiel, ein Jahr später ging der Fluch gegen den neuen kroatischen Meister Rijeka schon in der dritten Runde weiter. Dies auf ein reduziertes Budget zurückzuführen, hätte viel weniger Berechtigung als den Schiedsrichterfehler anzusprechen. Denn auch mit einem höheren Budget hat es Österreichs Meister bei den neun Versuchen davor nicht geschafft.Am meisten geht Salzburg derzeit von all den Spielern, die seit Sommer 2016 um mehr als 50 Millionen Euro verkauft wurden (Donnerstag  wurde der Wechsel von Valentino Lazaro zu Hertha BSC Berlin offiziell), Jonathan Soriano ab. Der Spanier erzielt in China bei Guoan Beijing Tore am Fließband, seit Ex-Salzburg-Trainer Roger Schmidt dort auf der Bank sitzt und für eine Siegesserie sorgt. Der Israeli Munas Dabbur läßt bei Salzburg hingegen auch im zweiten Anlauf die Torjägerqualitäten vermissen, die den Israeli in der Schweiz bei Grasshoppers Zürich zum Schützenkönig gemacht hatten.  Auch deshalb darf sich Alex Gorgon, der Österreicher bei Rijeka, auf sein erstes Spiel im Play-off zur Champions League freuen.

Stichwort Schweiz: Dort machte es ein Ex-Salzburg-Trainer besser als sein Ex-Klub, mit dem er 2014 in der Qualifikation zur Champions League an Malmö gescheitert war. Adi Hütter führte Young Boys Bern zum zweiten Mal hintereinander ins Play-off zur Champions League, was auf jeden Fall zur Teilnahme an der Gruppenphase der Europa League berechtigt, die fünf bis sechs Millionen Euro bringt, die Salzburg erst schaffen muss. Hütter und Bern sind sozusagen ein Ukraine-Schreck: Letzte Saison Schachtjor Donezk eliminiert, jetzt Dynamo Kiew. Nach dem 1:3 im Hinspiel, war Hütter noch fuchsteufelswild, weil seine Mannschaft in der Nachspielzeit zwar das wichtige Auswärtstor erzielt, dann aber  noch den dritten Kiew-Treffer zugelassen hatte. Mittwoch Abend war vor nur 13.100 Zuschauern, womit 18.000 Plätze im Stade de Suisse leer blieben, das alles vergessen. Das 2:0 reichte durch das Tor von Kiew. Und Hütter bewies dabei ein glückliches, goldenes Händchen: In der 85. Minute wechselte der Vorarlberger die 19jährige Neuerwerbung Jordan Lotomba, die von Lausanne kam, ein, In der 89. Minute köpfelte er unter Mithilfe von Kiew-Tormann Maxim Koval den Treffer zum Aufstieg. Übrigens verkaufte auch YB Bern im Sommer mit Tormann Yvon Mvogo (zu Leipzig) und Mittelfeldspieler Denis Zakaria (zu Mönchengladbach) seine besten Leute. Und trotzdem konnte Hütter bei einer „hochemotionalen Sache“ über „einen der schönsten Momente, seit ich in Bern bin“, jubeln. Die Fans waren in Ekstase.

Freitag kann Hütter bei der Auslosung eine Stunde vor Salzburg große Kaliber als Gegner bekommen.  Wie Jürgen Klopps FC Liverpool mit Hütter Ex-Schützling Sadio Mane, der ihn damals vor dem entscheidenden Spiel in Malmö so im Stich gelassen hatte wie jetzt Larry Kayode die Austria auf Zypern, aber damit seine Freigabe nach England zu Southampton erzwang, Sevilla oder Napoli. Mögliche Gegner wären auch noch ZSKA Moskau und Sporting Lissabon. Die Schweizer Medien zeigten Hochachtung: „Adi Hütter hat es wieder gepackt. Ein Sieg von unschätzbarem Wert“, schrieb der „Blick“. Aber Hütter  ist das Tagesgeschäft das wichtigste, sprich in der  Meisterschaft nicht mehr so weit wie in den Jahren zuvor hinter dem FC Basel zurückliegen. Nach zwei Runden sind die Young Boys ohne Verlusttor Tabellenführer.

Am Tag nach seinem Triumph jubelte der Vorarlberger  Hütter über das Wunder seines Ex-Klubs Altach mit dem Aufstieg gegen Gent: Das 3:1 (1:1) von Innsbruck ist das bisherige österreichische Highlight dieser Europacupsaison und in der Karriere seines neuen Trainers Klaus Schmidt. Gent war letzte Saison im Achtelfinale der Europa League, schaltete zuvor Tottenham aus, ein Jahr davor  sogar in der Champions League. Für Schmidt ist das Play-off zum Unterschied von seinem cleveren Assistenten Thomas Hickersberger, der dies schon bei Rapid als Assistent von Zoran Barisic und Mike Büskens erlebt hatte, noch Neuland. Für die entscheidenden Tore sorgten zwei, die Hickersberger aus seiner Rapid-Zeit kennt: Stefan Nutz und Kristjan Dobras. Für Nutz war es bereits das vierte Tor im Europacup für Altach. Warum war der Steirer 2015/16 bei Rapid nie so gut?

 

 

 

Meist gelesen

Nach oben

Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen ein angenehmeres Surfen zu ermöglichen