Der Aufsichtsrat der Austria AG bekam sein Wunschresultat. Das Wirtschaftsprüfungsunternehmen Ernst & Young gelangt nach einer umfassenden und sorgfältigen Prüfung zum Ergebnis, dass alle im Jänner vorgebrachten Vorwürfe gegen Finanzvorstand Harald Zagiczek (Untreue, Führung von Schwarzgeldkassen) „substanzlos“ sind. Die Untersuchung ergab keinerlei Hinweise auf ein Fehlverhalten. Auch die von Zagiczek erhobenen Vorwürfe gegen den ehemaligen Sportvorstand Jürgen Werner in Zusammenhang mit dem Transfer von Abubakr Barry erwiesen sich als „substanzlos“. Es wurden Dokumente, Vertragsdokumente, E-Mail-Postfächer, Laptop-und Smartphone-Daten, Chatnachrichten sichergestellt und umfassend analysiert, zahlreiche interne und externe Gesprächspartner befragt – Ernst & Young fand keinerlei belastbare Indizien oder Hinweise auf ein Fehlverhalten. Klar, dass Austrias Präsident Kurt Gollowitzer über das eindeutige Ergebnis erleichtert ist: „Damit ist diese Sache für uns erledigt und wir richten den Blick nach vorne“. Auch Zagiczek ist verständlicherweise froh, sich ab sofort wieder auf seine Kernaufgaben bei Austria konzentrieren zu können. Laut Austria konnten alle Behauptungen und Anschuldigungen, in der eidesstattlichen Erklärung des Kroaten Josko Rokov, der den Kontakt zu nordamerikanischen Investoren vermitteln sollte, durch vorliegende Dokumente widerlegt werden. Zudem wären sie unplausibel gewesen oder zur vorliegenden Dokumentation in logischem Widerspruch gestanden.
Ist damit wohl wirklich alles vom Tisch? Fakt bleibt, dass Zagiczek in einer Mail an den „lieben Josko“ nicht gerade gut über Trainer Stephan Helm sprach. Unvorstellbar, dass der Kontakt zwischen Gollowitzer, Zagiczek und der Investorengruppe WTF um Werner, durch deren Fünfmillionen-Hilfe Austria noch die Lizenz für die Bundesliga bekam, künftig störungsfrei sein wird. Es wird spannend, ob es wie von Gollowitzer angekündigt, gelingt, die Anteile von WTF an der Austria-AG über 40 Prozent bis Ende des zweiten Quartals, das wäre in dreieinhalb Monaten, zu erwerben. Nach den entsprechenden Rückkaufmöglichkeiten, die Austria mit den Eigentümern vereinbarte. Dazu gehören 20 Prozent Rendite pro Jahr. Im Mail an Rokov schrieb Zagiczek: „Aus meiner Sicht viel zu viel!“ Aber einen Nachlass kann die Austria eher nicht erwarten.
Foto: FK Austria.