Eishockey

Am Beispiel Madlener: Österreichische Torhüter sind auch für Rekorde gut

Fünf Runden vor Schluss des Grunddurchgangs der Erste Bank Eishockey Liga schaffte Red Bull Salzburg durch ein 2:1 gegen die Linzer Black Wings die Qualifikation für die Pick-Round der ersten fünf und damit  für Play-off und Viertelfinale. Den Sieg verdankten die Bullen den 54 Saves des amerikanischen Goalies Jean-Philippe Lamoureux. Beachtenswert beim Tabellenführer: Sowohl Freitag beim 3:2-Heimsieg gegen die Vienna Capitals nach Verlängerung als auch in Linz spielten mit dem 18 jährigen Tim Harnisch und dem ein Jahr älteren Max Rebernig zwei aus Österreichs U 20, die in Minsk bei der Junioren-WM den Aufstieg geschafft hatten. Rebernig erzielt in seinem zweiten Spiel gleich sein erstes Tor. Auch Meister KAC ist als Dritter wieder voll auf Play-off-Kurs. Das 4:0 gegen Znaim bedeutete dass die Kärntner seit 172 Minuten und 42 Sekunden kein Tor kassierten und bereits, das elfte Shutout der Saison gelang. Sieben „zu null“ gehen auf das Konto von David Madlener im Tor. Was beweist: Man muss österreichischen Torhütern nur etwas zutrauen, sie können´s auch.

So lief der 27 jährige Vorarlberger dem norwegischen Meistergoalle Lars Haugen den Rang ab, kam bisher bei 35 Spielen zum Einsatz, der fünf Jahre ältere Haugen auch auf Grund einer Gehirnerschütterung bei fünf weniger.  In der aktuelle Torhüterstatistik der Liga liegt Madlener mit 92,8 Prozent abgewehrter Schüsse auf Rang zwei hinter Lamoureux (94,6 %). Haugen scheint mit 90,5% erst auf Rang zehn auf, noch hinter David Kickert von der Black Wings. Die allerdings künftig auf den vor einer Woche geholten 34 jährigen Kanadier Jeff Glass setzen dürften. „Verkaufte“ Linz-Manager Christian Perthaler die Glass-Verpflichtung als Unterstützung für Kickert, so sah die Realität bisher anders aus: In der üblichen „nordamerikanischen Allianz“ setzte Trainer Tom Rowe zweimal hintereinander auf Glass, auch gegen Salzburg. Bedenklich für Österreichs Team mit Blickpunkt auf die WM in Laibach, bei der ja nur Platz eins zum sicheren Aufstieg reichen wird. Hoffentlich bleibt Madlener bei KAC-Trainer Petri Matikainen so hoch im Kurs wie derzeit.

2016 kam Madlener aus Dornbirn nach Klagenfurt. Auf Initiative von Österreichs Jahrhundertgoalie Reinhard Divis, der damals beim KAC für die Goalies zuständig war, derzeit weiter bei der Nationalmannschaft im Trainerteam von Roger Bader.  Damals gab es in Klagenfurt viel Kritik an dem Engagement aus dem „Ländle“,  jetzt sind alle froh, dass der Torhüter mit den meisten Shut Outs eines österreichischen Goalies in der Liga den KAC-Dress gibt: „Madlener hat sich alles hart erarbeitet, auch den derzeitigen Status. Er gibt in jedem Training alles“ sagt Divis über Madlener. Der laut Divis auch mit der Umstellung zu kämpfen hatte: „In Vorarlberg wird nicht so hart trainiert wie in den anderen Teilen Österreichs“, behauptet der in Vorarlberg lebende Wiener. Das war zu seinen aktiven Zeiten noch anders, als Divis in Feldkirchs Ära unter Ralph Krueger zu den Stützen der Mannschaft gehörte, die europaweit für Aufsehen gesorgt hatte.

Divis über die Stärken von Shut Out-Rekordlers Madlener: „Er hat sich technisch und taktisch ständig verbessert. Und mit 1,87 Meter auch die Größe, die inzwischen für einen erfolgreichen Tormann erforderlich wurde.“ Damit ist er vier Zentimeter größer als Haugen. Dennoch bleibt Divis etwas skeptisch, was die Chancen von Madlener betrifft, auch im Play-off öfters als Haugen zum Zug zu kommen: „Ich denke, dass wird in erster Linie an Haugens Leistungen liegen!“ Weil eben Österreichs im eigenen Land weniger zugetraut wird als Schweden in Schweden oder Kanadiern in ihrer Heimat. Österreichs Eishockey ist eben anders. Madlener selbst nannte bereits im Herbst  sein ehrgeiziges Ziel: Die Zahl drei soll von seiner Rückennummer 31 verschwinden. Dann würde dort nur noch die eins für die neue Nummer eins beim KAC stehen.

Foto: KAC.

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