Sowohl Oliver Glasner bei Crystal Palace trotz des 0:5 im Nachtragsspiel bei Newcastle als auch Adi Hütter bei Frankreichs Vizemeister AS Monaco stehen außer Diskussion. Crystal Palace steht im Semifinale des FA-Cups, Monaco so wie vergangene Saison wieder auf Rang zwei. Nicht so gut wie Österreichs Trainerlegionären in Englands Premier League und Frankreichs Ligue 1 geht es hingegen denen in der deutschen Bundesliga. Erst Mittwoch musste Ralph Hasenhüttl (Bild) in Deutschlands Medienlandschaft lesen, dass er bei Wolfsburg die Kabine verlor, Christian Ilzer, dass Hoffenheims Führungsspieler ihn nicht ernst nehmen. Vor sechs Wochen sprach noch nichts gegen Hasenhüttl: Er hatte letzte Saison die Mannschaft in einer kritischen Situation übernommen, den Klassenerhalt geschafft, schien mit der VW-Werkself unterwegs zu einem Europacupplatz. Aber fünf sieglose Spiele mit vier Niederlagen sorgten für Spekulationen, dass er trotz Vertrag bis 2026 gehen muss. Weil, wie es oft heißt, der nächste Schritt nicht gelang. Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte wurden weder dominiert oder souverän besiegt, sondern es gab gegen St. Pauli, Augsburg Heidenheim und Union Berlin keinen Sieg. Daher die „üblichen Vorwürfe“ von fehlender Strategie und Flexibilität. Eigentlich wollte sich der 57 jährige Hasenhüttl, dessen Vertrag bis 2026 läuft, nach seinen vier England-Jahren bei Southampton zur Ruhe setzen, ließ sich zum Einstieg bei Wolfsburg vor zwölf Monaten nicht leicht überreden. Jetzt werden schon mögliche Nachfolger genannt. Der kürzlich bei RB Leipzig beurlaubte Ex-Salzburg-Trainer Marco Rose gilt als Ideallösung, ins Gespräch kamen auch Alexander Blessin von St.Pauli und der Däne Thomas Frank, der den Londoner Klub Brentford trainiert. Wolfsburgs Sport-Boss Peter Christiansen ist auch Däne. Wolfsburg gastiert Samstag in Mainz.
Ilzers Ablöse wurde einen Tag nach Hoffenheims 2:0 gegen Mainz, dem ersten Heimsieg seit November, am letzten Samstag zum Thema. Sportchef Andreas Schicker, der seinen Landsmann Ilzer von Meister Sturm Graz zu Hoffenheim holte, stelle klar, dass am Trainer nicht gezweifelt wird. Die Gerüchte konnte das nicht beenden. Ilzer ist bereits der fünfte Trainer nach Julian Nagelsmann, der Hoffenheim 2019 in Richtung Leipzig verlassen hatte. Weder der Holländer Alfred Schreuder noch Sebastian Hoeneß (jetzt VfB Stuttgart), Andree Breitenreiter und Pellegrino Matarazzo blieben von Negativphasen verschont. Alle wurden vorzeitig beurlaubt. Hoffenheim hat Spieler, die bereits zehn Jahre oder beim Klub sind. Sie kamen mit dem von Ilzer forcierten Vertikalspiel gar nicht zurecht. Mittlerweile hat Ilzer die Spielanlage etwas geändert, aber das hat offenbar einige, wie Kroatiens Teamstürmer Andrej Kramaric nicht überzeugt. Schickers Vorgänger Alexander Rosen arbeitete 15 Jahre bei Hoffenheim, ehe er auf Betreiben von Investor Hopp letzten Sommer gehen musste. Rosen hat sicher noch einige Verbindungen, über die er für Unruhe sorgen kann. Etwa zum Thema des von seinem Nachfolger Schicker geholten Trainer. Hoffenheim gastiert Samstag in Freiburg.