Fußball

Auch bei Rapid müssen die Alarmglocken läuten! Martic ändert daran nichts

Im nach der Relegation entstandenen Chaos der Liga ging sie etwas unter, die alles andere als gute Zuschauerbilanz der letzten Saison. Christian Ebenbauer, der Vorstand der Liga, glaubt, dass sich die Causa zwischen Wr.Neustadt und St. Pölten bis Mitte Juli hinziehen wird, da man die normalen Fristen einhalten muss.  Muss das wirklich so sein? Eigentlich ist es ein unhaltbarer Zustand, wenn für Verein und auch Spieler bis zwei Wochen vor dem Saisonstart keine Planungssicherheit feststeht. Und es gibt keine Garantie, dass es bei  diesem Datum  bleiben wird. Wenn sich etwa ein Richter finden sollte, der einem Antrag eines „Verlierers“ des Liga-Instanzenwegs auf eine einstweilige Verfügung stattgeben sollte. Hat es alles schon gegeben, die Wiederholung ist nicht auszuschließen.

Zurück zur alarmierenden Zuschauerbilanz: Von dem angepeilten Schnitt von 10.000 Besuchern pro Spiel ist man genau 6314 pro Spiel entfernt.  Der Rückgang um 9,4 Prozent muss zu denken geben. Denn das Argument, durch die Reform mit Zwölferliga und Punktehalbierung nach 22 Runden vor dem Play-off wird die Spannung größer, das zieht nicht.  Was gibt Hoffnung? Das eine verbesserte Austria in der neu eröffneten Generali-Arena nicht wieder ein Minus von 14,2 Prozent schreibt, sondern ins Plus kommt.  Dass sich bei Sturm Graz der positive Trend zum Saisonende, der das Minus beim zweiten Schnitt über 10.000 hintereinander auf 2,6 Prozent reduzierte, fortsetzen wird. Ebenso bei Meister Red Bull Salzburg, der zeigt, dass Erfolg nicht für mehr Zuschauer sorgt. Minus 2,8 Prozent dürfte es nach einer derart starken Saison nicht geben. Die Hoffnung auf Besserung ist ein deutlicher Anstieg der Abonnenten  im vierstelligen Bereich durch den Höhenflug in der Europa Liga.

Die Admira blieb trotz der sensationellen Qualifikation für die Europa League, das Zuschauerschlusslicht der Liga: Nur 2361 Fans pro Spiel, ein Minus von 9,4 Prozent. Das größte Minus  verzeichnete St. Pölten (28,3 %) vor Wolfsberg (22,7 %), Altach (19,6 %), Austria und Zuschauerkrösus Rapid. Grün-Weiß blieb mit 338.236 Besuchern zwar weiter die Nummer eins der Liga, der Schnitt von 18 791 bei den 18 Heimspielen bedeutet aber auch ein zweistelligen Minus. 10,7 Prozent müssten  eigentlich die Alarmglocken in Hütteldorf schrillen lassen, dass der eingeschlagene Weg offenbar nicht der richtige ist, das oft ausgesprochene Argument mit den meisten Zuschauern, die nach Hütteldorf kommen, zwar stimmt, aber in gewisser Hinsicht auch Selbstbetrug ist.

Als vor zwei Jahren das neue Allianz-Stadion eröffnet wurde, setzte man sich einen Schnitt von 20.000 zum Ziel. er sollte dann weiter gesteigert werden. Das passiert nicht. Die Gründe liegen auf der Hand? Rapid spielt nicht so erfolgreich wie es die meisten Fans  sehen wollen. Der Faktor, einmal unbedingt ins neue  Stadion kommen zu wollen, wird immer geringer. Und dann gibt´s halt zu wenige, mit denen sich die Fans identifizieren können oder wollen. Mit Steffen Hofmann wurde die große Rapid-Ikone in seiner letzten Saison von Trainer Goran Djuricin gnadenlos zerstört, ohne dass die Führungsetage dagegen vorging. Steffens Abschiedsspiel am 22. Juli, mitten in der Urlauberzeit, wird garantiert besser besucht sein also so manches grün-weiße Heimspiel in der Bundesliga, wenn nicht sogar ausverkauft sein. Aber was kommt danach?

Die aktuelle Personalpolitik von Sportchef Fredy Bickel wird nicht die Fans anlocken. Ausser es ändert sich noch gravierendes. Der serbische Stürmer Andrija Pavlovic ist einen Versuch wert, ebenso Teamneuling Marvin Potzmann als Verteidiger. Aber mit Louis Schaub verabschiedete sich nicht nur einer der besten Spieler, wenn nicht der beste, sondern auch ein Publikumsliebling. Nachfolger ist keiner in Sicht. So wie es aussieht, kann das sowieso nur Schaub-Freund Thomas Murg werden. Das Potenzial dazu hat der Steirer. Aber wer dann in Murgs Rolle schlüpfen wird? Konstantin Kerschbaumer zog den deutschen Zweitligisten Ingolstadt der Rückkehr zu Rapid  vor, wäre wahrscheinlich nicht zu finanzieren gewesen. Sollte das auch bei Nikola Dovedan und Heidenheim der Fall sein, gäbe das zu denken.

Mit Manuel Martic vom Schlusslicht St. Pölten präsentierte Bickel Mittwoch nach dem von den Amateuren hochgezogenen Innenverteidiger Mert Müldur den  vierten Neuen. Als Backup für Dejan Ljubicic, Nachfolger für Thanos Petsos. Damit reduzierte sich das Ausländerkontingent. Dagegen gibt´s keinen Einwand. Nichts gegen den 22jährigen 1,93 Meter-Riesen Martic. Vielleicht entwickelt er bei Rapid Qualitäten, die in St. Pölten verborgen geblieben waren. Aber das ist ein Ergänzungsspieler, keiner der Rapid stärker macht. Und das wäre  bei Neuerwerbungen auf Grund des Abstands zu Salzburg und Sturm Graz in der letzten Saison schon notwendig. Ergänzungsspieler müsste Rapid im eigenen Nachwuchs finden. Offenbar ist das nicht der Fall. Ein Alarmzeichen mehr!

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