Fußball

Auf der Suche nach dem wahren Gesicht der Austria

Wer Sonntag Wolfsbergs souveränen 2:0-Auswärtssieg über die Wiener Austria sah, der wird eher den Kärntnern zutrauen, ins Play-off der Europa League zu kommen als der Austria in das der Conference League. Wolfsberg hat zudem Donnerstag nach dem 0:0 bei Paok Saloniki die bessere Ausgangsposition als die Austria nach dem 3:4 bei Banik Ostrau. Wolfsberg kehrt gegen die Griechen, bei denen die Meisterschaft erst in eineinhalb Wochen beginnt, an die Stätte des Cupfinalsiegs zurück. Nur werden Donnerstagabend im Klagenfurter Wörtherseestadion nicht 20.000 Zuschauer wie am 1. Mai beim 1:0 gegen Hartberg sein. Man hofft auf 10.000 (bis Mittwoch waren allerdings nur knapp 5000 verkauft) und fürchtet, dass die tausend temperamentvollen Fans der Griechen die „Lärmhoheit“ erobern werden: „Favorit sind wir sicher nicht“, behauptete Trainer Didi Kühbauer. Kommt Wolfsberg ins Play off, bedeutet dies die Ligaphase in der Conference League, selbst wenn Wolfsberg am kroatischen Meister Rijeka scheitern sollte, der gegen Shelbourne aus Irland nach einer 1:2-Heimniederlage durch einen 3:1-Auswärtssieg weiter kam, bei dem das dritte Tor in der 95. Minute fiel. Im Play-off zur Conference League würde Wolfsberg auf Omonia Nikosia treffen.

Austria gegen Banik Ostrau ist ein Duell von zwei Mannschaften, die bisher in der Meisterschaft noch nicht in die Spur fanden und keinen Sieg feierten. Banik Ostrau ist nach der 1:2-Heimniederlage gegen Karvina am Sonntag nach vier Runden nur Vorletzter, hat bereits acht Punkte Rückstand auf Meister und Tabellenführer Slavia Prag. Die Austria hat nach zwei Runden ebenfalls nur einen Punkt, dennoch glaubt Sportdirektor Manuel Ortlechner das wahre violette Gesicht zu sehen. Auch wenn Abwehrchef Aleksandar Dragovic weiter wie befürchtet fehlt. Unter wahres Gesicht verstanden Ortlechner und Trainer Stephan Helm, dass sich die Austria wieder so stabil, kompakt und aggressiv präsentiert wie letzte Saison. Dazu müssten alle Spieler aber besser zu sein als zuletzt, von Torjäger Maurice Malone (Bild) bis zu Tormann Samuel Sahin Radlinger. Nach den schlechten Erfahrungen vom Sonntag wird Helm seine mutige Offensivvariante mit zwei Spitzen, dahinter Dominik Fitz und Manprit Sarkaria nicht wiederholen. Der südkoreanische Linksverteidiger Taeseok Lee ist noch nicht spielberechtigt.

Kommt die Austria weiter, trifft sie auf den slowenischen Klub Celje. Scheidet sie aus, regiert die Krisenstimmung. Dann wär die Austria schon aus dem zweiten Bewerb ausgeschieden: Zuerst im österreichischen Cup durch die Blamage gegen Voitsberg, dazu Scheitern im Europacup – das wäre wirklich kein Ruhmesblatt, sogar ein schlimmerer Fehlstart als vor einem Jahr.

Foto: Gepa/Admiral.

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