Fußball

Auf Dramatik pur und Achterbahnfahrt folgte die große Tiroler Jubelparty

Dramatischer ging´s nicht mehr, das Finish um Platz sechs in der  Meisterrunde, in den letzten 20 Minuten am Innsbrucker Tivoli und in Hartberg bis zum Happy End für WSG Swarovski Tirol nach einer Achterbahnfahrt. Wolfsberg, sozusagen aus der Pole-Position gestartet, kam nie in Gefahr, aus den ersten sechs zu fliegen. Die vier Umstellungen von Trainer Roman Stary nach dem 3:5 gegen WSG Swarovski Tirol endeten mit einem 5:3 gegen die Austria. Die Kärntner führten schon zur Pause 3:1, später 4:1. Da konnte sich auch Präsident Dietmar Riegler daheim vor dem Fernseher bei der  „Sky“-Übertragung entspannt zurücklehnen. Wolfsberg darf wieder darauf hoffen, die Qualifikation für den Europacup zu schaffen.

Für WSG Tirol sah es zur Pause auch gut aus. Hartberg lag daheim gegen St. Pölten nach einem vergebenen Elfmeter von Dario Tadic 0:1 zurück, Tirol hielt ein 0:0, da Rapid alle Chancen vergab. Dramatisch wurde es im Finish:  Zunächst brachte Kelvin Arase Rapid nach einem Fehler des Ex-Rapidler Thanos Petsos in Führung, in Hartberg stand es inzwischen 2:2. Die Steirer lagen durch die schlechtere Tordifferenz aber noch immer hinter den Tirolern. Aber in der 76. Minute brachte der herausragende Sascha Horvath Hartberg in Führung. Damit fiel Tirol auf Rang sieben zurück. Daran änderte auch der Ausgleich des nach 65 Minuten eingewechselten  Tobias Anselm nach 85 Minuten nichts mehr. Tirol trotz 1:1 noch immer einen Punkt hinter Hartberg. Am Tivoli war das Match früher vorbei, am Liveticker verfolgten Spieler, Trainer Thomas Silberberger und Sportchef Stefan Köck am Rasen die letzten Nachspielminuten in Hartberg. Wo in der 94. Minute nach einem Eckball St.Pöltens Verteidiger Kofi Schulz der Ausgleich gelang. Womit Hartberg wieder hinter Tirol zurückfiel. So blieb es auch. Danach Frust in Hartberg, Start zur großen Tiroler Jubelparty, die in der Kabine weiterging: „Ich bin euphorisiert“, gestand Köck.

Die völlig neuformierte Mannschaft, die im September  beim Saisonstart als erster Abstiegskandidat galt, erstmals in der Meisterrunde. Ein historischer Erfolg, der größte Erfolg der Klubgeschichte, der natürlich groß gefeiert werden musste. Silberberger („wir waren gefühlt schon draußen, ein Riesenstein fiel von unserem Herzen“) bedankte sich beim „Sky“-Interview bei Schulz, versprach ihm natürlich im Spaß, einen Vertrag für die nächste Saison. Die Planungen dafür können ab sofort beginnen. Wer hätte gedacht, dass die Tiroler schon nach 22 von 32 Runden gerettet sind? Dann folgte für Silberberger vor laufenden Kameras die Bierdusche durch die von Abwehrchef Raffael Behounek angeführte Mannschaft, die Silberberger im Freudentaumel mit dem berühmten „O…wort“. Behounek nahm ihm während des Interviews mit strengem Blick  in „Manndeckung“. Wenig später twitterte der  Klub „WSG goes Meistergruppe“. Selbst wenn Rapids Teamneuling Ercan Kara in der Nachspielzeit den Elfmeter verwandelt hätte, wäre Tirol durch St.Pöltens späten Ausgleich in Hartberg Sechster geblieben.

In Hartberg war die joviale Brigitte Annerl,  die diesmal im Fernduell der Präsidentinnen gegen Diana Langes  den kürzeren zog, als Trösterin gefragt, sagte wie vor einem Jahr beim Jubel über die Qualifikation zur Meisterrunde: „Unsere größte Stärke ist der  Zusammenhalt, daran hat sich nichts geändert. Das fehlende Spielglück gehört auch dazu.“ Trainer Markus Schopp schickte Glückwünsche nach Tirol: „Sie haben ein unglaubliches Ziel geschafft. Für uns bricht die Welt nicht zusammen. Unser Ziel war immer der Klassenerhalt, 29 Punkte aus 22 Spielen sind für Hartberg keine Selbstverständlichkeit. Die Mannschaft entwickelt sich schon in die richtige Richtung.

Foto: WSG Tirol/Twitter.

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