Das Wörthersee-Stadion in Klagenfurt zählt zu den schönsten und stimmungsvollsten in Österreich. Das stellte man in den letzten Jahren dann fest, wenn Österreichs Nationalteam dort spielte, wenn das Cupfinale dort ausgetragen wurde. Ewig schade, dass kein Bundesligaklub dort beheimatet ist. Weder Stadt noch Land scheinen daran Interesse zu haben. Die Zeiten, in denen Wolfsberg mit Schlagerpartien in die Landeshauptstadt übersiedelte, sind auch vorbei. Nur der Zweitligist Austria Klagenfurt bestreitet dort vor schütterer Kulisse seine Heimspiele. Zumindest noch bis Sommer. Dann dürfte noch Österreichs Heimspiel in der EM-Qualifikation gegen Slowenien folgen. Danach werden im Stadion Bäume gepflanzt. Das soll ein einzigartiges Kulturprojekt sein. Dazu fällt einem ein: Einzigartig seltsam, sogar blöd.
Daher keine erfolgversprechende Perspektiven für Fußball in Klagenfurt. Immer wieder Gerüchte um finanzielle Probleme, speziell während der Winterpause ohne Einnahmen. Also wird auch Klubchef Peter Svetits (Bild oben) nach siebeneinhalb Jahren amtsmüde. Für seine Pläne findet der 61jährige Burgenländer mit einer Vergangenheit beim GAK als Präsident und Sportchef, bei der Austria als Sportchef in der Ära von Frank Stronach und bei Wr.Neustadt, in Klagenfurt seit Jahren weit mehr Ablehnung als Zustimmung. So mancher in Kärnten behauptet, das könnte auch an seiner Person liegen. Egal: Wie es aussieht, könnte Austria Klagenfurt Anfang März seine TV-Heimspiele gegen Blau-Weiß Linz und Winterkönig Wattens in der Hpybet-Liga, wie sie jetzt nach einem gefundenen Sponsor aus der Wettbranche heißt, unter neuer Führung bestreiten. Eine deutsche Agentur namens Sam Sports plant bei einem Klubs einzusteigen, der nur einen Platz und einen Punkt vor der Abstiegszone liegt. Die Absichten dabei? Keiner weiß das noch so richtig.
Die Gespräche befinden sich im Endstadium, gibt es diese Woche wieder auf Wiener Boden. Bis zur Vertragsunterschrift dürfte es nicht mehr weit sein. SAM Sports gehört zum DaxKonzern von ProsiebenSat1. Sagt über sich auf der Homepage: Wir schaffen Perspektiven in jeder Phase des Lebens. Das würde für Fußball in Klagenfurt nicht so leicht werden, aber sehr wichtig sein. In der Chefetage von SAM Sports sitzen Thomas Eichin und der Medienmanager Zeljko Karajica. Wobei der 52jährige Eichin eine interessante Karriere hinter sich hat: Bundeligaspieler bei Mönchengladbach, dann im Eishockey Marketingleiter bei den Kölner Haien, von 2013 bis 2015 Sportchef bei Werder Bremen, danach fünf Monate bei 1860 München. Ein erfahrener Mann also. Erfahren genug, um dem Fußball am heiklen Boden Klagenfurt neue Impulse geben zu können? Auf der Spielerliste von SAM Sports finden sich keine Namen, mit denen man wirklich etwas anfangen kann. Dennoch trainierten zuletzt einige deutsher Spieler bei Austria Klagenfurt. Ein Name: Timo Gebhardt, 29jähriger Mittelfeldspieler, dem auch der Ruf eines Enfant terrible begleitet. Derzeit ist er vereinslos. Zuvor war er bei 1860 München, Steaua Bukarest, dem 1.FC Nürnberg und VfB Stuttgart.