Fußball

Austrias Investor hat Schönheitsfehler auf Malta

Austria braucht höchstwahrscheinlich Siege am Sonntag in Graz gegen Sturm und eine Woche darauf gegen Wolfsberg in der Generali-Arena, um noch in die Meisterrunde zu kommen. Sturm verlängerte diese Woche die Verträge mit Jakob Jantscher und  Kapitän Stefan Hierländer um jeweils zwei Jahre, ist in den sportlichen Zukunftsplanungen der  Austria einen Schritt voraus. Anders als in Wien steht in Graz auch schon fest, wer nächste Saison Trainer und Sportchef sein wird. Die Austria bekam vom „Trend“ für eine unerwartete Begleitmusik geliefert, in dem das Wirtschaftsmagazin Schönheitsfehler über Austrias vor einer Woche präsentierten neuen Investor Insignia veröffentlichte. Die er auf der Mittelmeerinsel Malta gefunden hat.

Demnach wurde Insignia dort von den Behörden wegen mehrerer Verstöße gegen die Anti-Geldwäsche-Bestimmungen zu einer Geldstrafe von 373.000 US-Dollar, das sind umgerechnet rund 310.000 Euro verurteilt. Insignia bekämpft das via  einem Gerichtsverfahren.. Überdies wurde aufgedeckt, dass zu den Insignia-Mitarbeitern, der ehemalige maltesische Wirtschaftsminister  Chris Cardona und die österreichische FPÖ-Abgeordnete Barbara Kappel gehörten. Beide sollen auf der Homepage, von der sie mittlerweile verschwunden sind, sogar als Mitglieder des Aufsichtsrats geführt worden sein. Cordona musste nach Berichten, wonach er den Auftrag an einer maltesischen Journalistin in Auftrag gegeben haben soll, zurücktreten, bestreitet die Vorwürfe vehement. Gegen Kappel läuft in Österreich ein Verfahren wegen schweren Betrugs. Das würde es nicht zum Austria-Slogan von Anstand und Stil passen.

Austrias AG-Vorstand Markus Kraetschmer (Bild oben) blieb aber gelassen, zweifelte nicht im geringsten an der Seriosität von Insignia. Die habe man mehrmals überprüft, bevor es zum Abschuss gekommen sei. Überdies  wären weder Kappel noch Cordona jemals Verhandlungspartner bei den Gesprächen mit Insignia gewesen, sei die maltesische Insignia-Gesellschaft nicht der Vertragspartner.  Außerdem hätten auch systemrelevante  österreichische Banken schon Probleme mit dem Geldwäsche-Bestimmungen bekommen. Violett ist also weiterhin überzeugt, dank des Netzwerks von Insignia in den USA oder Großbritannien oder Hongkong oder Luxemburg bald neue potente Sponsoren an der Hand zu haben. Mehr Kopfweh würde aktuell eine Niederlage in Graz verursachen. Dort hofft Austria wieder den zuletzt am Sprunggelenk verletzten Benedikt Pichler zur Verfügung zu haben, vielleicht auch  den dänischen Linksverteidiger Andreas Poulsen.

 

Foto: FK Austria/Agentur Zolles.

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