Unlängst erklärte Donis Avdijaj in einem Interview mit der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung, dass eine Rückkehr zu seinem Jugendklub Schalke für ihn eine wirkliche Herzensangelegenheit ist. Die ist vorerst für zwei Jahre aufgeschoben. Denn so lange spielt der 28 jährige Deutsch-Kosovare für Österreichs Cupsieger Wolfsberg, gegen den er vor zwei Monaten mit Hartberg das Endspiel 0:1 verlor. Der in Osnabrück geborene Avdijaj fühlt sich nach eigenen Angaben inzwischen mehr als Österreicher wie als Deutscher. Ob da der Grund für seine Entscheidung sein wird? Avdijaj gehört zu den Spielern, die sich von der Agentur Signature ISCM AG mit Sitzen in Deutschland, der Schweiz und Spanien beraten lassen. Zu denen zählt auch Austrias Heimkehrer Manprit Sarkaria.
Avdijaj teilte bereits vor einigen Zeit Hartberg mit, den auslaufenden Vertrag nicht mehr zu verlängern. Er kostete keine Ablöse. Der Kreativspieler betonte, schon seit einem Jahr mit Wolfsberg in Kontakt zu stehen, speziell mit Trainer Didi Kühbauer, der ihn überzeugen konnte, dass er in Wolfsbergs Spielanlage am besten aufgehoben ist, seine Fähigkeiten am besten zur Geltung kommen werden: „Es stimmt alles. Solide geführter Verein, sehr guter Trainer, starker Kader, euphorische Fans!“ Worte, die Hartbergs Trainer Manfred Schmid nicht gleichgültig sein werden. Speziell, weil Avdijaj sich für Schmids Ex-Klub und seinen Nachfolge Kühbauer entschied. Eine Konstellation, die auch viel Zündstoff enthält. Denn Avdijaj gilt nicht gerade als pflegeleicht. Extratouren passen so gar nicht zum Trainercredo von Kühbauer. Der aber erkannt haben will, das Avdijaj auch als Person gewachsen ist: „Er wird uns in der Offensive definitiv weiterhelfen, ich bin froh, dass er verpflichtet wurde!“
Mit Wolfsberg hat Avdijaj, der die Rückennummer 10 erhielt, die Chance, sich für die Europa League zu qualifizieren. Das reizt sicher. Ebenso wird der Vertrag mit den Kärntnern lukrativer sein als der mit Hartberg. Wolfsberg wird die dritte Station von Avdijaj in der Bundesliga: Die erste war Sturm Graz 2015/16 unter Franco Foda. Fünf Jahre später kam er aus Zypern nach Hartberg, 2022 folgte er Foda zum FC Zürich. Als Foda bei den Schweizern abgelöst wurde, war nach einem haben Jahr auch die Zeit von Avdijaj vorbei. Zurück nach Hartberg, wo er letzte Saison 11 Tore erziele und 14 Assists leistete.
Mit Avdijaj sorgte Wolfsberg jedenfalls vor, falls der serbische Regisseur Dejan Zukic oder Thierno Balo oder beide den Cupsieger verlassen sollten. Die Transferzeit verläuft im Lavanttal jedenfalls sehr ereignisreich: Avdijaj ist der vierte Neue nach U 21-Teamspieler Fabian Wohlmuth, Marco Sulzner und Thailand-Kurzlegionär Rene Renner, bisher gab es mit Adis Jasic, Jonathan Scherzer, Evin Omic und Thomas Sabitzer auch vier Abgänge.