Den Flug nach Wien zur „Party“ mit dem WM-Pokal im ÖFB-Campus stornierte Michael Gregoritsch. Der 31 jährige muss Mittwoch trainieren. Aber das wird dem 31 jährigen Torjäger auch wichtiger sein, weil sein Wunsch, in die deutsche Bundesliga zurückzukehren, in Erfüllung ging. Zu seinem Ex-Klub Augsburg, für den er bereite zwischen 2017 und 2022 spielte, in 129 Bundesligaspielen 21 Tore erzielte, ehe er im Tausch gegen den bosnische Teamstürmer Emedin Demirovic nach Freiburg wechselte. Und fast noch wichtiger: Er kommt zu einem Trainer, der ihn kennt. Unter dem 46 jährigen Manuel Baum bestritt Gregoritsch von 2017 bis 2019 63 Partien für die Augsburger, hatte eine gute Zeit. Seit Sommer machte Gregoritsch mit Klubtrainern nicht die besten Erfahrungen: Bei Julian Schuster in Freiburg war er plötzlich nicht mehr gefragt ebenso beim Waliser Steve Cooper, der bei Bröndby Kopenhagen im September Frederik Christensen, der den Teamstürmer engagierte, ablöste. Augsburg braucht einen Knipser im Strafraum, um in der Bundesliga zu bleiben, leiht Gregoritsch vorerst bis Sommer aus, hat eine Kaufoption. Augsburgs Mittelstürmer hatten bisher Ladehemmung: Samuel Essende, mit Kongo beim Afrika-Cup, erzielte ein Tor, der Tunesier Ismael Gharbi keines.
Bisher verlief die Saison für Augsburg viel schlechter als erhofft. Mit dem neuen Trainer Sandro Wagner, zuvor Assistent beim deutschen Teamchef Julian Nagelsmann, sollte der Offensivfußball forciert werden. Doch das ging total daneben. Nach 14 Runden war Schluss, aus dem Leiter für Entwicklung und Innovation wurde der Interimstrainer Daum. Nach je einem Sieg und Unentschieden daheim und einer unglücklichen Auswärtsniederlage bei Eintracht Frankfurt in drei Partien wurde die Variante bis Saisonende verlängert. Die Situation ist nicht einfach: Als 15. gerade vier Punkte vor dem ersten Abstiegsplatz und nur zwei vor Rang 16, auf dem man in die Relegation muss. Auf Gregoritsch wartet also der Abstiegskampf. In 15 Runden gelangen nur 17 Tore. Der Schweizer Mittelfeldspieler Fabian Rieder ist mit drei Treffern der bisher beste Schütze, mehr als einen erzielten ansonst nur zwei Spieler, die 20 jährigen Youngsters Anton Kade und Mert Kömür. Montag gab es einem Vorbereitungsspiel gegen Drittligist Ingolstadt eine 1:3-Niederlage. Sonntag gastiert Augsburg bei Borussia Mönchengladbach, vier Tage später wird mit dem Heimspiel gegen Union Berlin die Hinrunde beendet.