Fußball

Bei Nordirland stürmt ein gelernter Tormann

Der Rasen auf dem Trainingsplatz beim Avita-Hotel in Bad Tatzmannsdorf erinnert Nordirlands Spieler von der Qualität her sicher an den Standard der Terrains, den sie in England entweder in der Premier League oder in der Championship gewohnt sind (Bild oben). Legionäre aus der Premier League sind im Kader von Teamchef Michel O´Neill aber in der Minderheit: Das sind nur drei. Im Abwehrzentrum Jonathan Evans, der mit 15 Millionen Euro den höchsten Marktwert hat, aber bei Leicester so wie letzte Saison Aleksandar Dragovic oder in dieser Ex-Teamkapitän Christian Fuchs nicht zur Stammformation zählt und Craig Cathcart, der Konkurrent von Sebastian Prödl bei Watford, sowie im Mittelfeld Kapitän Steven Davis von Southampton. Der mit Oliver Norwood von Sheffield United, dem Tabellenführer der Championship und George Saville von Middlesbrough, auf Platz vier der zweiten Liga, das Trio bildet, das Österreich Freitag Abend vermutlich einiges aufzulösen geben wird.

Nach der Absage von Kyle Lafferty, dem Torjäger der Glasgow Rangers, hat O´Neill aber jedenfalls keinen Stürmer, der in der obersten Spielklasse unter Vertrag steht.  Kann nur wählen aus Kandidaten aus der Championship oder League One, wie in England die dritte Liga heißt. Möglich, dass  im Happel-Stadion der Nationalheld beginnen darf. Diesen Status hat Greg Will eigentlich seit der Europameisterschaft 2016, obwohl ihn O´Neill dort in keinem Spiel einsetzte. Denn zuvor verhalf Will Wigan mit 25 Toren zum Aufstieg in die Championhip. Worauf aus Dankbarkeit die Fans von Wigan einen Discohit aus den Neunzigerjahren der italienischen Sängerin Gala, das „Freed vom desire“ für Grigg umtexteten. Mit dem Refrain „Will Grigg´s on Fire“. Bis heute, obwohl Grigg, der diese Saison für Wigan, dreimal traf.  in Nordirland Team selten unter Feuer steht. Aber er erzielte  als Joker bei der 1:2-Heimniederlage gegen Bosnien in der Nachspielzeit das Tor, durfte dann beim 3:0 gegen Israel beginnen. Auch Freitag im Happel-Stadion, in dem sicher die nordirischen Fans „Will Grigg´s on fire“ singen werden, egal was passiert? Sein Konkurrent ist ein noch viel unkonventionellerer Stürmertyp als Grigg. Der 1,88 Meter große Bulle Joshua Magennis von Bolton, dem 16. der Championship, war früher Tormann. Wurde erst zum Stürmer umgeschult. So etwas passiert und gelingt nicht oft.

O´Neill sieht Bosnien nach den zwei Siegen zum Start als klaren Favorit auf den Gruppensieg: „Alles ist in ihrer Hand“. Auch die Quoten bei tipp 3 auf den Gruppensieg gehen klar in diese Tendenz: „Ausserdem spricht der Spielplan gegen uns. Zwei Auswärtsspiele in vier Tagen wie wir gegen Österreich und Bosnien müssen unsere Konkurrenten nicht bewältigen,“ klagte O´Neill Mittwoch in Bad Tatzmannsdorf. Aber der Teamchef nimmt das nicht so tragisch. Er sieht die Nations League als Möglichkeit, sich für die wahre Qualifikation zur Europameisterschaft 2020 im nächsten Jahr einzuspielen. Bei der Endrunde will O´Neill unbedingt wieder dabei sein, darauf ist alles abgestimmt. Das Match in Wien ist nur eine Etappe am Weg dorthin.

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