Fußball

Wenn sich Rapids Präsident in Rage redet

Wenn ein Verein der Bundesliga für den anderen via einer offiziellen Aussendung eine härtere Bestrafung fordert, dann hat das Seltenheitswert. Passiert ist dies Dienstag durch die Austria, die das Urteil des Senat eins der Bundesliga nach dem letzten Derby im Allianz-Stadion als zu milde kritisierte, die 30.000 Euro Geldstrafe als zu wenig empfand. Zugleich auch die grün-weißen Reaktionen mit der Ankündigung des Einspruchs gegen die Bestrafung anprangerte. Klar, dass darauf eine Antwort aus Hütteldorf kommen musste. Sogar von Präsident Michael Krammer höchstpersönlich: „Uns würde  nie in den Sinn kommen, aufzustehen und eine härtere Bestrafung für einen Konkurrenten fordern. Das ist total abzulehnen.“

Da konnte sich Krammer  so in Rage reden, wie ich ihn zuvor noch nie erlebte.  Erzählte Details aus der violetten Fanszene in Zusammenhang mit den Skandalszenen im August rund um das Qualifikationsspiel zur Europa League gegen Slovan Bratislava in Wien, die er aus einer zuverlässigen Quellen weiß, die so gar nicht zum Vorreiterimage der Austria gegen Fanausschreitungen passen würden. Aber dann bremste er sich ein, bittet, dies nicht zu zitieren. Aber nächste Woche auf der Klubkonferenz will er klar Stellung beziehen und weiß auch Mitstreiter an seiner Seite. Sollt die Allianz zwischen Red Bull Salzburg, LASK und Austria tatsächlich Punkteabzüge als Konsequenz für Ausschreitung der Fans zur Diskussionen bringen, wie das seit dem letzten Derby auch via Medien versucht wurde, dann bedeutet das für Rapid ein „No Go“. Auf diese Art in den sportlichen Bewerb einzugreifen, das dürfe kein Thema werden.

Kein Verständnis hat Krammer für Kritik an Rapid wegen des angekündigten Einspruchs gegen die letzte Strafe durch die Bundesliga: „Wir wollen Schadenersatzforderungen gegen die Übeltäter stellen. Da muss ich alle Mittel ausschöpfen, die zu einer Strafminderung  führen können. Bis zum neutralen Schiedsgericht. Sonst hat man bei einem ordentlichen Gericht keine Chance.“ Das Nachspiel zum Februar-Derby wird vermutlich wirklich die Gerichte beschäftigen: „Wenn die ausgeforschten Sünder unsere Vergleichsangebot nicht annehmen, dann wird das durchjudiziert. Schon um einen Präzedenzfall zu schaffen, an dem man sich orientieren kann.“

Seinen verbalen Feldzug gegen Kollektivstrafen wird Krammer fortsetzen. Egal, wie viele Vorwürfe er dafür auch einstecken muss. Sein Argument: Bei Kollektivstrafen treffe es auch Unschuldige. Und das führe dann zu einem Solidarisierungseffekt unter den Fans. Und damit erreiche man genau das Gegenteil von dem, was beabsichtigt werden sollte, nämlich die Übeltäter sozusagen zu entfernen: „Aber diese Ansicht setzt sich im Strafsenat der Liga leider nicht durch.“ Krammer ist überzeugt davon, dass dies die richtige wäre: „Auch in der deutschen Bundesliga ist man von den Kolllektivstrafen schon abgekommen.  Dort hat man sich das garantiert genau überlegt.“

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