Fußball

Admira wartet auf Frankfurts Fußballgott

Die Länderspielpause bietet Klubs, bei denen es bisher nicht nach Plan verlief, die Chance, mit vertragslosen Spielern nachzuüsten. Bei Admira, letzte Saison die positivste Überraschung der Liga, klappte es bisher nicht so wie es sich alle erhofften. Sonst wären die Südstädter nicht derzeit Letzter. Das bedeutet zwar nur eine Momentaufnahme, die nicht für Panik sorgt, aber ein Routinier, der weiß, wo das Tor steht, der könnte schon helfen. Eigentlich trainiert der schon seit neun Wochen in der  Südstadt: Das ist Alex Meier, der von 2004 bis 2018 für Eintracht Frankfurt gespielt hatte, 2014/15 mit 19 Toren noch Schützenkönig der Bundesliga war, nach dessen Namen die Eintracht-Fans den Namen „Fußballgott“ skandierten. Wie die Rapid-Fans bei Steffen Hofmann.

Die Admira wartet nur noch auf das Ja des Fußballgotts. Amir Shapourzadeh, der Manager in der Südstadt, öffnete seinem Freund Meier (Bild oben) die Tür zum Mannschaftstraining. Und der zeigt sich von dem, was er bisher so erlebte, begeistert. Die Mannschaft ist „toll“, die Stimmung in der Kabine „überragend“, die Lebensqualität am Rand von Wien empfindet er als „super“. Keine Trainingseinheit unter Ernst Baumeister will er bisher verpasst haben und ist vom Ergebnis begeistert: „Ich bin jetzt richtig fit. Mein Laktatwert war zuletzt so gut, als ich vor zwei Jahren bei der Eintracht voll im Saft stand.“ Und vor dem Tor fühlt er sich sogar so sicher wie noch nie. Das macht die Erfahrung sowie die Tatsache, dass er keine Probleme mehr mit Ferse und Knie hat, total schmerzfrei ist. Daher hat er wieder Spaß am Fußball: „Alles hier ist unbeschwert. Die Spieler sind Freunde. Mich erinnerte das ein bisschen an die Zeiten in der Jugend.“ Die Admira als Jungbrunner für einen Oldie, der bei Frankfurt keinen neuen Vertrag mehr bekam?

Geld hat er genug verdient, der finanzielle Aspekt ist nicht ausschlaggebend. Sonst hätte er schon das Angebot des Tabellenzweiten aus der dritten deutschen Liga, Uerdingen, angenommen. Den finanziert ein russischer Geschäftsmann, der mit 300.000 Euro bis Saisonende lockte. Aber das will Meier nicht.  Er weiß, dass bei Admira mit Siegesprämien höchstens 15.000 Euro pro Monat zu verdienen sind. Gegenüber Shapourzadeh und Baumeister versicherte er, dass er damit leben könnte. Warum er dann das Angebot nicht annimmt? Der Grund heißt T21plus. Das ist die Hamburger Agentur, die Meier berät.

Ebenso Österreichs Ex-Teamspieler Martin Harnik oder die U21-Hoffnung Sascha Horvath, der es bei Dynamo Dresden derzeit nicht leicht hat. Hintere T21plus stehen ehemalige Bundesligaspieler: Jürgen Milewski, der 1983 zu Ernst Happels Erfolgstruppe gehört, die in Athen das Finale der Champions League gegen Juventus gewonnen hatte, oder der ehemalige Mittelfeldmotor von Bayern München, Jens Jeremies. Die sehen noch andere Möglichkeiten. Die bei Hannover 96 dürfte doch nichts werden, aber dann gibt´s noch die nordamerikanische Major Soccer League. Baumeister versucht Meier, den er sowohl ganz vorne als auch im offensiven Mittelfeld gut gebrauchen könnte, etwas bei der Ehre zu packen: „Mit 35 Jahren  müsstest Du doch selbst entscheiden, was Du willst und was Dir Spaß macht. Und das auch den Beraten klar sagen.“ Abwarten, ob das wirkt.

 

Foto: © Admira Wacker Media .

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