Fußball

Burgstaller als Erinnerung an bessere Zeiten und Hoffnung auf Wiederholung

13 Jahre und acht Monate trennen die zwei Samstag-Käufe der Bundesliga. Wolfsberg setzt auf die jüngere Lösung, auf den am 20. Jänner 2003 geborenen Kapitän von Österreichs U 19-Team bei der Europameisterschaft, Enver Omic, der in der Salzburger Akademie und die letzten drei Jahre im Nachwuchs von Juventus ausgebildet wurde. Er hatte seinen Stammplatz im Mittelfeld der U 19 von Juve.  Damit haben die Kärntner mit Omic, Adis Jasic und Nikolas Veratschnig drei Hoffnungen bei der Sonntag beginnenden EM in der Slowakei. Rapid bejubelt die Rückkehr von Guido Burgstaller, geboren am 29. April 1989, nach acht Jahren in England und Deutschland, in denen er viel erlebte. Und hofft, dass er sich mit 33 ähnlich präsentierten wird wie vor seinem Abschied nach zwei Vizemeistertiteln mit 25: Damals jubelten die grün-weißen Fans über einen Dreierpack von Burgstaller in seinem bisher letzten Bundesligaspiel für Rapid beim 5:2 in Ried. Von seinen damaligen Mitspielern gehören zwei, Christoph Dibon und Max Hofmann, auch zu den „neuen“.

Burgstaller erlebte einiges in seinen acht Jahren als Legionär. Zunächst bei Premier League-Absteiger Cardiff total am Abstellgleis, als es einen Trainerwechsel gab, Manchester United-Ikone Ole Gunnar Solksjaer gehen musste. Dann Neustart beim 1. FC Nürnberg. Bald Publikumsliebling, Höhenflug auf Rang drei der zweiten Liga und damit in die Relegationsspiele um den Aufstieg. Der gegen Eintracht Frankfurt nicht geschafft wurde. Ab Jänner 2017 ein Superstart bei Schalke mit dem Vizemeistertitel unter dem jetzigen Leipzig-Trainer Domenico Tedesco. Die denkwürdige Aufholjagd im Revierderby bei Borussia Dortmund von 0:4 auf 4:4 in den letzten 33 Minuten leitete Burgstaller im November 2017 mit einem Tor ein. Aber er machte als Kapitän auch Erfahrungen, was ein Absturz in den Abstiegskampf alles auslöst. Inklusive Trainerwechsel zu Schalkes Jahrhunderttrainer, dem Holländer Huub Stevens, mit Ex-Rapid-Trainer Mike Büskens als Assistent. Er stand nicht mehr so hoch im Kurs wie zuvor. Ganz im Gegenteil.  Ab September 2020 ging es bei St. Pauli mit ihm und dem Hamburger Kultklub  aufwärts. Die Krönung, der Aufstieg, gelang heuer aber nicht. Wäre der gelungen, hätte „Burgis“ Rückkehr nach Hütteldorf nicht stattgefunden.

Die sein letzter Trainer bei Rapid, Zoran Barisic, als Sport-Geschäftsführer fixierte. Weil er weiß, dass die 500.000 Euro, die St. Pauli als Ablöse bekam, ein gut angelegtes Geld sind. Der siebente Neue ist der spektakulärste. Weil er mehr als die anderen für Hoffnungen, wieder in die Erfolgsspur zu finden, sorgt. Barisic ist überzeugt, dass Burgstaller aufgrund seiner Qualitäten und Persönlichkeiten eine tragende Rolle einnehmen wird. Der Kärntner fühlt sich bei Klubs, die von Emotionen leben, wohl. Das waren auch Nürnberg, Schalke und St. Pauli, jetzt wieder Rapid. Er behauptet, zu bei seinem Herzensklub zurückgekehrt zu sein. Das wird in der grün-weißen Szene ebenso gut ankommen wie seine erste Botschaft, die er sozusagen verschickte: „Rapid-Fans, ich freue mich auf euch!“

Foto: SK Rapid.

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