Fußball

Burgstallers Endspiel gegen Stöger! Wöber um letzte Titelchance

22 Kilometer von Dortmund entfernt hielten Freitag Abend in Bochum zwei Österreicher die Mini-Hoffnungen des Traditionsklubs auf die Rückkehr in die Bundesliga am Leben: Lukas Hinterseer traf beim 3:2 gegen das Schlusslicht Kaiserslautern zum 1:1, Kevin Stöger sorgte neun Minuten vor Schluss gegen seinen Ex-Klub für das von 23.000 Fans bejubelte Siegestor, das ihn wahrscheinlich zum Abstieg, zum Fall in die dritte Liga verurteilt. Bochum ist mit dem neuen Trainer Robin Dutt nach vier Siegen hintereinanderl im Rennen um den Relegationsplatz drei. Dort blieb Samstag auch Arminia Bielefeld mit Konstantin Kerschbaumer und Manuel Prietl durch ein 2:0 gegen Erzgebirge Aue, bei dem Kerschbaumer das 1:0 vorbereitete. Auf das Konto von Stefan Kulovits ging das dritte österreichische Tor in der zweiten Liga: Der Ex-Rapidler traf mit links in der 93. Minute zum 2:0 Sandhausens beim MSV Duisburg..

39 Kilometer von Dortmund entfernt sind Sonntag Nachmittag in Gelsenkirchen vor 62.000 Zuschauern vier Österreicher in das Kohlenpott-Endspiel um Platz zwei hinter Meister Bayern, bei dessen 5:1 über Mönchengladbach David Alaba mit rechts das 4:1 erzielte, involviert:  Sicher Guido Burgstaller und möglicherweise auch Alessandro Schöpf im Schalke-Dress, Peter Stöger und Manfred Schmid auf Borussia Trainerbank. Da spielt auch eine Wr.Neustädter Vergangenheit eine Rolle: Burgstaller war dort schon weg, als Stöger 2011 kam, wurde aber noch in der Saison davor zu Bundesligazeiten von Schmid trainiert, der damals Assistent von Peter Schöttel war.  Heute geht´s um die Champions League-Plätze: Dortmund liegt einen Punkt hinter Schalke, der Sieger ist vor den letzten vier Runden toll im Rennen. Und im Hintergrund spielt noch das letzte Wahnsinns-Derby vom 25.November: Dortmund  sorgte  zwischen der 12.und 25.Minute für eine 4:0-Führung, in der  61.Minute begann mit Burgstallers Tor die Aufholjagd. Bis zur 86. Minute stand es noch 4:2, aber bis zur 93. gelang Schalke der Ausgleich. Ein Match, das unvergesslich, immer außergewöhnlich bleiben wird.

Stöger feierte letzten Mittwochs einen 52. Geburtstag, am emotionalen Jahrestag des Anschlags auf den Dortmunder Mannschaftsbus auf der Fahrt zum Champions League-Spiel gegen Monaco. Einige Spieler haben das noch immer nicht ganz weggesteckt. Als Nuri Sahin in einem Sky-Interview darauf angesprochen wurde, brach er es ab. Wie Stöger den Geburtstag verbrachte? Er saß am Abend mit seinem Assistenten, dem früheren deutschen Teamverteidiger Jörg Heinrich, in einer Kneipe, guckte die Champions League. Verbale Giftpfeile flogen vor dem emotionalen Duell nicht. Stöger versicherte Respekt vor Schalkes Leistungen zu haben, sein 20 Jahre jüngerer Kollege Domenico Tedesco schickte Lob für den Wiener zurück: „Er hat von 14 Bundesligaspielen mit Dortmund nur eines verloren, die Mannschaft stark stabilisiert. Wie kann man da von einer Krise reden?“ Mit dem 1.FC Köln hatte Stöger keines seiner vier Spiele auf Schalke verloren. Auch ins einem letzten, in dem sein Abschied  bereits feststand, dort mit dem abgeschlagenen Letzten ein 2:2 erkämpft. Bleibt Stöger auch mit Dortmund der Schalke-Schreck, ist das ein Schritt mehr zur Erfüllung seiner Mission, die Borussia unter die ersten vier und damit in die Champions League zu bringen: „Wir können gegen Schalke und nächste Runde gegen Leverkusen daheim viel erreichen, vielleicht dann schon durch sein“, wusste Stöger. Leverkusen bezwang Samstag mit Österreich Teamkapitän Julian Baumgartlinger dank eines Hattricks von Kevin Volland zwischen der 71. und 88.Minute Eintracht Frankurt 4:1. Was der Champions League-Platz  dann für seine Zukunft bedeutet, lässt Stöger weiter offen. Es muss sich auf jeden Fall gravierendes ändern in Dortmund.

129 Kilometer von Gelsenkirchen entfernt beginnt 75 Minuten nach dem Anpfiff des Kohlenpott-Derbys der Kampf eines Wieners um die letzte Chance auf sseiner ersten holländischen Meistertitel in seiner ersten Saison in der Eredivisie:  Ex-Rapidler Max Wöber gastiert mit Ajax Amsterdam vor 35.000 Zuschauern im Philips-Stadion beim Tabellenführer PSV Eindhoven, muss bei sieben Punkten Rückstand gewinnen, um die Spannung in den letzten drei Runden noch am Leben zu erhalten. Ajax-Trainer Erik ten Hag setzt gegen  Eindhovens Offensivkracher Luke de Jong und Hirving Lozano, einen Mexikaner, auf seine Youngster-Titelverteidigung mit dem 19jährigen Matthijs de Ligt und dem 20jährigen Wöber, der vor kurzem in Amsterdam  Besuch von seinem ehemaligen Trainer Zoran Barisic (Bild oben) erhielt. Der entscheidend in Wöbers Karreire eingegriffen hatte, als der noch 16 war. Da spielte Wöber noch im vorderen Mittelfeld, als ihn Barisic beobachtete und danach in einem Gespräch mit Nachwuchstrainer Peter Herklotz festlegte, Wöber habe das Potenzial zu einem spielstarken Innenverteidiger, sollte künftig in der Abwehr spielen. Kein schlechter Blick, eine auch für Wöber gute Entscheidung. Das waren Zeiten, als bei Grün-Weiß mit Weitblick gearbeitet wurde.

Die Stimmung in Holland ist  vor dem Spitzenduell ziemlich aufgeheizt, jedenfalls mehr als im Westen Deutschlands. In der Cafeteria Plaza Jagershoef im Zentrum Eindhovens wird ein ganz spezielles Toilettenpapier, „verziert“ mit Ajax-Logo verkauft. Eindhoven ist quasi völlig von der Rolle.

 

Foto: Josip Papkovic.

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