Fußball

Dabbur sollte Herzog anrufen: Sein Tormannriese steht Salzburg im Weg

Jean Marie Pfaff, Belgiens Tormannlegende mit sechs Superjahren bei Bayern München, hat auch mit inzwischen 65 Jahren sein strahlendes Lächeln nicht verloren. Mit dem lobte er Montag abend im „Hangar 7“ bei Servus-TV (Bild oben) Salzburgs Entwicklung in den letzten Jahren  als Weltklasse, weil man die Einstellung erkennt, wenn die Mannschaft am Platz steht. Zugleich aber davor warnte Jean Marie, Belgiens Meister vor den Duellen in der Europa League zu unterschätzen: „Sie spielen meist gut, verlieren aber oft unglücklich.“ Der Warnungen von Pfaff hätte es gar nicht bedurft. Schon vorher wusste Salzburgs Sportchef Christoph Freund, dass es eine „sehr enge Geschichte“ wird, bei dem „wir unsere PS auf die Straße bringen müssen.“ Eine enge Geschichte wurde wegen des Generalstreiks in Belgien am Mittwoch schon die Anreise. Statt wie ursprünglich geplant in Oostende landete Salzburgs Chartermaschine im französischen Lille, von dort ging es eine Stunde mit dem Autobus nach Brügge.

Trainer Marco Rose warnte außer vor der Qualität Brügges auch vor den 30.000 Zuschauern im ausverkauften Jan Breydel-Stadion: „Wir müssen dieser Stimmung, dieser Euphorie, diesem Lärm widerstehen. Auch eine Herausforderung, auf die wir uns freuen.“ Wie das gelingt, wird Donnerstag Abend in Österreich nur live in Puls 4 zu sehen sein. Das Stadion hat sich übrigens seit den Zeiten, in denen dort zwei Österreicher Mitte der Siebzigerjahre für Erfolge sorgten, nicht entscheidend verändert. Die zwei waren in erster Linie Ernst Happel als Trainer, aber auch Edi Krieger als Abwehrchef.  Sieht jetzt nicht viel anders als im Oktober 1989 aus, als Rapid in der zweiten UEFA-Cup-Runde dort  durch Tore von Christian Keglevits und des Salzburgers Heimo Pfeifenberger in den letzten drei Minuten 2:1 gewann. Das Retourspiel im Hanappi-Stadion entwickelte  sich zum Thriller. Bis zur 85.Minute führte Rapid 2:1, am Ende hieß es 4:3. Punkto Aufstieg gegen Brügge kann sich Salzburg Rapid also derzeit zum Vorbild nehmen, ansonst ja nicht. 1989 hieß der große Star Brügges Jan Ceulemans. Der antwortete jetzt auf die Frage nach Brügge Schwächen nur lakonisch: „Überall!“

Salzburg trifft erstmals auf den Meister aus der Liga des Lands, das die Nummer eins in der Weltrangliste der Nationalteams ist. Aber das braucht nicht zu beunruhigen. Denn Belgiens Klubfußball hat wenig mit den „roten Teufeln“ in der Nationalmannschaft zu tun. Das sind ja fast nur Legionäre, vom FC Brügge kam in der Nations League nur Mittelfeldspieler Hans Vanaken zum Einsatz. 15 Minuten beim Heimsieg über Island. Was die Belgier allerdings Salzburg bevor haben. Sie spielten schon in der Champions League, zuletzt im Herbst. Die Ergebnisse: Gegen Borussia Dortmund daheim 0:1, auswärts 0:0,  gegen Atletico Madrid 0:2 und 1:3, gegen Monaco 1:1 und 4:0 im Fürstentum. Damit konnte Brügge als Dritter in der Europa League weiter spielen. Brügges Herz schlägt im Mittelfeld: Vanaken gilt als Spezialist für den letzten entscheidenden Pass, der Holländer Ruud Vormer als Motor und Spezialist für Standards.

Das Ziel von Rose und seinen Jungs liegt auf der Hand: Sie wollen nicht nur ins Achtelfinale, sondern auch in den zwei Duellen gegen Brügge die weiße Weste behalten, nicht die erste Niederlage in dieser Saison kassieren. Vielleicht sollte Torjäger Munas Dabbur davor noch einmal seinen Teamchef in Israel aus Österreich, Andi Herzog, anrufen. Denn der kennt Brügges Tormann genau. Ethan Horvath, 24 Jahe alt, mit 1,95 Meter geradezu ein Riese, war Herzogs Nummer eins im Tor des US-Olympiateams, das die Qualifikation für die Spiele in Rio verpasste. Vielleicht kann Herzog Dabbur etwas über die Schwächen des Riesen verraten.

Foto: © ServusTV / Neumayr / Leo.

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