Fußball

Dank Hütters Händchen für „Abgestürzte“ träumt Frankfurt weiter von Champions League

Samstag verteidigte Oliver Glasner mit Wolfsburg Platz drei, 24 Stunden später Adi Hütter mit Eintracht Frankfurt durch ein 3:1 (1:0) in Hoffenheim Rang vier. Beide österreichische Trainer in der Bundesliga sind nach 20 von 32 Runden in der Champions League. Geht ihr Traum von ihrem ersten Ticket für die Königsklasse in Erfüllung? Wenn Wolfsburg und Frankfurt ihre aktuelle Form halten, kein Ding der Unmöglichkeit. Hinter dem Frankfurter Höhenflug steht auch Hütters glückliches Händchen mit Spielern, die anderswo gescheitert waren oder als Problemfälle galten. Der Serbe Filip Kostic zählt zu ihnen. In Hoffenheim war er Matchwinner. Führungstor erzielt, Assists zum 2:1 und 3:1.

Letzte Niederlage von Hütter? Bei Glasner in Wolfsburg am 11. Dezember. Seit damals neun Spiele ohne Niederlage, davon sieben Siege. In diesem Jahr von 21 möglichen Punkten 19 geholt. Das nennt man Durchstarten zur Mannschaft der Stunde. Auch dank Kostic: Doppelter Absteiger mit Stuttgart und dem Hamburger SV, schlechtes Image – jetzt gefeierter Star. Oder Amin Younes. Bei Napoli von der Bildfläche verschwanden, jetzt einer der Schlüsselspieler. Oder Aymin Barkok, in den letzten zwei Jahren an Fortuna Düsseldorf verliehen. Oder Erik Durm. Vertragsaus in England bei Huddersfield, jetzt Stammspieler Oder der Portugiese Andre Silva. Vor dem Wechsel nach Frankfurt lehnten viele Klubs den Portugiesen, der bei Milan nur ein teures Talent war, ab. Etwa Sevilla und Monaco. Bei Hütter wurde er zum Knipser mit der besten Torquote (0,64 pro Spiel) der Klubgeschichte. Oder Luka Jovic. Edelreservist unter Zinedine Zidane bei Real Madrid mit permanenter Ladehemmung. Seit der Rückkehr zu Hütter traf er schon dreimal. Hütter der Bessermacher.

Auch beim Landsmann Martin Hinteregger (Bild oben beim Duell in Hoffenheim gegen den zur Pause ausgetauschten Landsmann Christoph Baumgartner). Der Kärntner spricht selbst von der besten Phase in seiner Karriere: „Adi Hütte sieht nicht nur den Spieler Hinteregger, sondern auch den Menschen. Er weiß, dass er vom Spieler nur Topleistungen erwarten darf, wenn es dem Menschen gut geht. Ich bin einer, der einen Trainer braucht, der mich mitnimmt!“ Im konkreten Fall: Seit Hinteregger die zentrale Rolle in der Dreierabwehr anvertraut bekam, muss ich meine Partner mitnehmen. Das macht mich stärker.“ Die Partner sind zwei  21 jährige, der Brasilianer Tuta und der Franzose Even Ndicka, der in Hoffenheim das 2:1 köpfelte: „Ich spür, dass ich mehr Verantwortung übernehmen muss. Das fordert mich, das spornt mich an. Genauso müssen wir weitermachen.“ Hütter fand den Sieg als sehr, sehr wichtig, vor allem beim Blick auf die Tabelle: „Ich werde die Euphorie nicht bremsen. Und die ist da.“

Foto: TSG Hoffenheim.

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