Wenn sich Rapid Donnerstagabend im Retourspiel gegen Decic Tuzi aus dem Montenegro nach dem 2:0 im Hinspiel keinen schlimmen Selbstfaller leistet, dann wartet auf Kapitän Matthias Seidl& Co in einer Woche eine Heimspieltrilogie: Auf Dedic Zuzi folgt am Sonntag der Start in die Bundesliga gegen Blau Weiß Linz, eine Woche später das nächste Duell in der Qualifikation zur Conference League: Dundee United oder aus UNA Strassen Luxemburg wird der Gegner sein, beim knappe 1:0 der Schotten im Heimspiel saßen die Rapid-Analysten auf der Tribüne des Tannadice Park.
14.000 Karten sind für Donnerstag verkauft. Die Zuschauer müssten gegen Decic Tuzi normal das 500. Tor in der Europacup-Geschichte bejubeln können. Vielleicht schießt es mit Louis Schaub der Schütze des 400. Europacuptors der Hütteldorfer, erzielt vor neun Jahren beim 4:0-Auswärtssieg über Trencin. Von einem Selbstläufer will Trainer Peter Stöger nichts hören: „Es könnte gefährlich werden, wenn das auch in die Kabine dringen sollt!“ Die offensiven Abstimmungsprobleme, die sich sowohl beim Sieg im Montenegro als auch beim mühevollen Cupaufstieg in Innsbruck zeigten, stritt er nicht ab: „In der kurzen Zeit kann das nicht funktionieren!“ Er möchte zudem etwas Neues ins Rapid-Spiel reintragen: „Bis jetzt bin ich mit allen Jungs zufrieden!“ Die Devise bis zur Länderspielpause im September heißt: Resultate liefern, damit kein Stress entsteht. Danach soll das Spiel mit dem Ball ähnlich gut funktionieren wie aktuell das gegen den Ball. Denn defensiv ist Rapid sehr kompakt.
Rapid begleiten Transferspekulationen. Ein Mittelfeldspieler aus Kamerun soll vor der Tür stehen, vor einigen Tagen war es ein australischer Flügelstürmer. In Wahrheit braucht Rapid, falls es keine Abgänge gibt, keinen neuen Spieler mehr. „Wir sind auf alle Themen gut vorbereitet“, versicherte Sportchef Markus Katzer. Wohltuend hörte sich der Sager von Stöger an: „Ich komm´immer mit dem aus, was ich hab!“ Stürmertalent Nikolaus Wurmbrand trainiert seit Dienstag wieder mit der Mannschaft, ist aber noch kein Thema. Es gilt, die „richtige“ Angriffsbesetzung mit den Neuzugängen Petter Dahl, Claudy Mbuyi, Janis Antiste, Dominik Weixelbraun sowie Ercan Kara und bald auch Wurmbrand zu finden.
Rapid „verteidigt“ den 2:0-Vorsprung daheim, die Wiener Austria vier Tage nach dem Cup-Schock in Voitsberg auswärts gegen Georgiens Cupsieger FC Spaeri. Trainer Stephan Helm will das „wahre Gesicht“ seiner Mannschaft sehen. Vom Match aus Tiflis gibt es keine TV-Übertragung, Rapids Pflichtübung ist live in ORF 1 zu sehen.
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