Fußball

Das Derby macht Kräfte frei: Pichler war Rapid zu teuer

Erstmals seit Dezember 2019, seit dem 6:1 der Austria, dürfen zu einem Wiener Derby wieder Zuschauer in die Generali-Arena am Verteilerkreis, Samstag waren für das 333. Duell gegen den Erzrivalen Rapid, das 300. in der Bundesliga, über 11.000 Karten verkauft. Die Austria versucht, um einen möglichst großen Heimvorteil auf den Tribünen zu haben: Kein freier Kartenverkauf, Tickets konnten nur  Mitglieder und Abonnenten erwerben. Der Rapid-Sektor war bereits seit Tagen ausverkauft. Der Letzte empfängt und fordert den Dritten, von den tipp 3-Wettern glauben 53 Prozent an einen Sieg von Rapid,  nur 22 an einen der Austria., 25 erwarten das vierte Unentschieden hintereinander. Deren Sportchef Manuel Ortlechner im Derby einen möglichen Auslöser sah, der den Knoten zum Platzen bringen könnte, für den ersten Sieg sorgt: „Vom Dritten bis zum Letzten kann derzeit fast jeder jeden schlagen“, behauptete er.

Das hofft auch Manfred Schmid, für den es das erste Derby als Cheftrainer ist. Schmid gegen Didi Kühbauer gab es in Spielerzeiten bei 13 Derbys. Mit ausgeglichener Bilanz: Jeweils vier Siege und Unentschieden. Jugendfrei ging es dabei nie zu, wie Schmid eingestand. Sicher setzt die Austria auch darauf, dass Rapid beim überzeugenden Auftritt in Luhansk beim Aufstieg in die Gruppenphase der Europa League zwar Selbstvertrauen tankte, aber doch Kräfte ließ. Das streitet Kühbauer auch gar nicht ab, behauptet aber: „Das Derby macht Kräfte frei.“ Mit einer ähnlich guten Leistung wie in der Ukraine müsste Rapid gewinnen, das wäre sein 50. Sieg als Rapid-Trainer. Das schafften vor ihm nur sechs andere. Die meisten holte der letztes Jahr verstorbene Otto Baric (103): „Wir wissen, was wir tun müssen“, versicherte Kühbauer, „das ist das wichtigste“. Wer im Tor spielt, hängt von Richard Strebinger ab. Wenn er keine Schmerzen mehr in der Schulter spürt, muss Paul Gartler auf die Bank. Sowohl bei Violett als auch bei Grün-Weiß gibt es Derbydebütanten. Bei der Austria Lukas Mühl und Manfred Fischer, bei Rapid sicher Leo Greiml, Marco Grüll (Bild oben) und Robert Ljubicic sowie Kevin Wimmer, falls er zum Einsatz kommt. Grüll könnte in der Form der letzten Spiele mit seinen Sprints zum vielleicht entscheidenden Offensiv-Trumpf werden. Obwohl auch die größte Stärke seines Gegenspielers, Austrias Rechtsverteidiger  Georg Teigl, die Schnelligkeit ist. Ein gutes Omen für Austria: Es pfeift Österreichs Topreferee Harald Lechner. Wie im Dezember 2019 beim 6:1.

Drei Tage vor Ende der Transferzeit sickerte durch, dass Rapid auch an einem Austrianer, an Benedikt Pichler, Interesse zeigte. Weil er sowohl als Spitze wie auch auf allen Offensivpositionen im Mittelfeld einsetzbar wäre. Das Thema war beendet, als die Ablösesumme für den 23 jährigen Salzburger bekannt wurde: Die Austria rief zwei Millionen Euro aus. Und das übersteigt derzeit die finanziellen Möglichkeiten Rapids. Trotz Gruppenphase in der Europa League, die am 16. September mit dem Heimspiel gegen Genk beginnen wird. Danach muss Rapid nach London zu West Ham, ehe es zum „Doppel“ gegen Dinamo Zagreb kommt. Alle Heimspiele Rapids beginnen schon um 18.45 Uhr. West Ham kam in der dritten Runde der Premier League vor 59.000 Zuschauern im London Stadium nur zu einem 2:2 (1:0) gegen Crystal Palace, führte durch den Spanier Pablo Fornais 1:0 und Torjäger Michail Antonio 2:1. Am Ende gab es trotzdem den ersten Punkteverlust dieser Saison.Daher kann West Ham Sonntag von Tottenham als Tabellenführer  abgelöst werden.

 

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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